Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
264
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gg/l.

doch ein leichtes gewesen seyn würde, vor die Epho-ren geführt. Kleomenes aber antwortete (ob er Wahr-heit oder Lugen sprach, kann ich nicht bestimmen):Nach der Erobrung des Haines des Argus habe er ge-glaubt, der Göiterspruch sey scbon in Erfüllung ge-gangen. Dann wäre er auch der Meynung gewesen, erdürfe die Stadt nicht eher angreifen, bis er die Götterin einem Opfer um ihren Willen gefragt, und erfahrenhätte: oh die Gottheit ihm die Erobrung der Stadt ver-leihen, oder sich seinem Vorhaben widersetzen würde.Er hätte deswegen im Hera um geopfert, und aus derBrust der Bildsäule sey eine Flamme aufgestiegen. Dieshätte er als Wahrzeichen genommen, dals er Argosnicht erobern werde. Denn wäre die Flamme aus demKopfe aufgestiegen, so würde er geglaubt haben, ersollte die Stadt mit Sturm erobern; die aus der Brustempor steigende hingegen habe er als einen Beweisangesehen, dafs er dem Willen der Gottheit vollkom-men Genüge geleistet hätte.

Den Ephoren schien diese Vertheidigung wahr undvernünftig; und Kleomenes trug über seine Verfolgereinen vollkommnen Sieg davon. Argos ward indes- 83sen so sehr von Menschen entblofst, dafs die Sklavendie Staatsverwaltung in die Hände bekamen, herrschten,und alle Stellen besetzten, bis die Kinder der Erschla-genen heran wuchsen, die Stadt wieder für sich selbstin Besitz nahmen, und die Sklaven vertrieben. Diesebesetzten darauf Tirins, nachdem sie die Einwohnerin einer Schlacht besiegt hatten; und lebten nun mitden Argivem in Frieden, bis Klcander, ein Wahrsager