Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
246
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obgleich sie es sehr wohl wufste, auch sie vermöchtesie nicht von einander zu unterscheiden, Denn siehegte die Absicht, ihnen heyden die Krone gehen zulassen. Die Lacedamonier wufsten nun nicht, was siethun sollten, und schickten deswegen eine Gesandt-schaft nach Delphi, um sich dort Haths zu erhohlen.Die l'ilhia antwortete ihnen: sie sollten heyden dieKönigliche Würde verleyhen; dein ältsten aber denVorrang lassen. Die Verlegenheit der Lacedamonierblieb also noch die nämliche, weil sie nicht Wülsten,woran sie das ältere Kind erkennen sollten; bis ihnenendlich ein Messenier, Namens Panites, den Ilath gab:die Mutter bey der Behandlung der Kinder zu beobach-ten. Sollte sie einen von bey den immer zuetst stillenund waschen, so dürften sie glauben, den gefundenau haben, den sie suchten; sollte sie aber damit ab-wecbseln, bald diesen, bald jenen zuerst nehmen, sowäre dies ein Zeichen, dafs sie selbst nicht, darumwisse, und dann müisten sie einen andern Weg ein-schlagen. Die Snartiaten befolgten des MesseniersIlath, beobachteten die Mutter der Kinder, und be-merkten, dafs sie, die nicht vvufste, weswegen man siebeobachtete, das eine Kind immer zuerst stillte undwusch, Sie nahmen dies also als das ältste weg, liefsenes öffentlich erziehen, und gaben ihm den NamenEuristhenes. Den Jüngeren nannten sie Prokles. Alsdiese heran gewachsen waren, sollen sie, obgleich sieBrüder waren, in beständigem Zwist gelebt und dieseGesinnungen auf ihre Kinder fortgepflanzt haben.