Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
129
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120,

4 Von den Sitten der sich unsterblich wähnendenGeten habe ich schon geredet. Die Trauser kommenin allen übrigen Sitten mit den Sitten der andern Thra-cier überein, und nur wenn einer geboren wird oderstirbt, beobachten sie folgende besondere Gewohnheit.Die Verwandten setzen sich um das eben geborneKind her, erheben ein Jammergeschrey über das vieleUnglück, welches es nun, einmal geboren, erduldenmiifste, und zugleich zählen sie alle Leiden auf, denender Mensch während seines Lebens unterworfen ist*Stirbt bingegen einer, so beerdigen sie ihn unter Lust-barkeiten und T'reudenbezeugungen, und erzählen zu*gleich, von wie mancherley Mühseligkeiten er sichnun entfernt hätte, um zu dem Genufs alles Guten zugelangen.

5 Die Thracier, welche über den Kresstonern woh-nen, haben alle mehrere Weiber. Stirbt nun einervon ihnen , so entstellt unter den Frauen ein heftiger:Wettstreit, an den die allersehigen Verwandten denlebhaftesten Antheil nehmen: welche von ihnen vondem verstorbenen Manne am meisten geliebt wordenaefti Diejenige, für welche sich dann die Sache enfc»scheidet, und der man die Ehre am Ende zuerkennt»wird allgemein von Männern und Weibern mit Lob er-hoben, durch ihren nächsten Verwandten über demGrabmal erstochen, und neben dem verstorbenen Gat-ten .beerdigt. Die andern aber erheben eine grofseWehklage, weil sie sich auf das härteste beschimpftwähnen.

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