Wollen sie einen Eyd sei)wären, so legen sie ihreHand in das Grabmal eines Mannes, welcher bey ihnenin dem Uufe grofser Gcrechtigkeiisliebe und Vortreff-lichkeit gestunden hat; wollen sie aber wahrsagen, sobesuchen sie die Grabmäler ihrer Vorfahren, beten undschlafen darüber ein. Nach dem GesichLe, welches sichihnen dann im Traume zeig!, wahrsagen sie. — Schlies-sen zwey einen Veiirag, so trinken sie wechselseitigeiner aus des andern Hand; oder, haben sie nichtsnasses in der Nähe, so nehmen sie nur ein wenig Staubvom Boden auf und lecken dies weg.17g An die Nasamonen grenzen die Psiller, deren gan-zes Volk aber auf folgende Weise zu Grunde gegan-gen ist. Ein Südwind hatte alle ihre Cisternen ausge-trocknet; und da ihr ganzes Land in der Sirtis liegt,war es vollkommen dürre. Sie beschlossen darauf ge-meinschaftlich gegen den Sud zu Felde zu ziehen; alssie aber (ich erzähle nur, was die Libier selbst er-zählen) in die Sandwüste kamen, erhob sich der be-drohte Wind, und sie wurden veischultet. Das Landdieser Verunglückten nahmen demnächst die Nasauio-nen in Besitz.
174 Ueber diesen, nach Süden hinauf in der Wildnifs,wohnen die Garamanten, welche alle Menschen undjede Gemeinschaft mit Menschen fliehen, keine krie-gerische Waffen führen und sich nicht zu verteidi-gen wissen.
175 Dies sind die südlichen Nachbaren der Nasamo-nen; die westlichen an der Seeküste sind die Maker,welche einen Busch von Haaren auf derScheidel wach-