Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
386
Einzelbild herunterladen
 

3«6

Neuntes Kapitel.

JNicht lange nachdem die Schälze des Orötes in Susa, 12 9 wo man sie hingeschleppt hatte, angekommen waren,ergah es sich, dafs sich der König Darius,"* indem ereinmal auf der Jagd vom Werde sprang, den Fufs ver-renkte, und zwar sehr stark; denn der Knochen warganz aus der Gelenkhöhle gewichen. Er brauchteAegyptische Aerzte, von denen er die geschicktestenbey sich zu haben pflegte. Aber diese drehten denFufs so stark, und thaten ihm so viel Gewalt an, dafssie das Uehel nur ärger machten, und Darius währendsieben Nächten und sieben Tagen, vor Schmerzen nichtschlafen konnte. Am achten Tage, als er sich sehrschlecht befand, kam ein Mann zu ihm, welcher frü-her in Sardis von der Geschicklichkeit des KrotoniatenDemokecles gehört hatte, und unterrichtete den Königdavon. Dieser befahl, dafs man ihn, so bald wie mög-lich, vor ihn führen sollte. Man fand ihn ganz ver- >nachlässigt unter den Sklaven des Orötes und führteihn mit seinen nachschleppenden Kelten und in Lum-pen gehüllt herbey. Der König fiagte ihn, als er nuni3oda stand, ob er die Kunst verstände? Aber er wolltees nicht eingestehen, aus Furcht, dafs er nie wiedernach Hellas würde zurückkehren dürfen, wenn er sichentdeckte. Doch Darius, welcher vermuthete, er könntesich verstellen, befahl denen, die ihn herbey geführt