Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
378
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er aber fand, dafs Intaphernes die That ganz ohne ihrVorwissen vollbracht hatte, liefs er ihn nebst seinenSöhnen und allen seinen Anverwandten greifen undfesseln , um sie hinrichten zu lassen. Da kam dasWeib des Intaphernes weinend und jammernd an diePforten'des Königes, und als sie gar nicht nachliefs,dauerte sie den Darius ; er schickte einen Boten zuihr und liefs ihr sagen:Weib, der König DariusWill ein m von deinen Anverwandten, welchen duseilst auswählen ;n;gst, das Leben schenken." Nacheinigem Nachdenken antwortete' jene:Will mir derKönig Darius das Leben eines einzigen schenken,so wähle ich vor allen meinen Bruder." Als Dariusdies vernahm, erstaunte er und schickte noch einmalzu ihr hin und liefs sie folgendes fragen:Weih,der König läTst dich fragen, warum du, ohne Rück-sicht auf deinen Gatten und deine Kinder zu nehmen,deinen Bruder retten willst, der dir doch nicht sonahe, wie deine Kinder, und nicht so lieb, wie deinGatte ist." Jene antwortete:König, gefällt, es denGöttern, so mag ich immer noch einen neuen Gattenund neue Kinder wieder bekommen, im Fall ich die-,,se auch verlieren sollte; aber da mein. Vater undmeine Mutter nicht mehr leben, kann ich nie einenandern Bruder wieder erhalten.". Mit solchen Ge-sinnungen hatte das Weib diese Bitte gethan, undweil es dem Darius schien, als hätte sie geziemendgeredet, schenkte er aus Wohlgefallen an ihr, aufserdem Bruder auch noch den ältesten Sohn das Leben,Die übrigen liefs er alle umbringen.