Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
315
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dis schon wieder in Persien war, sah Kamhyses folgen-des Traumgesicht: Ihm schien es, als kam ein Boteaus Persien, der ihm meldete, Smerdis säfse auf demköniglichen Throne und berühre mit seinem Kopfe denHimmel. Da wandelte ihn die Furcht an, sein Bru-der möchte ihn umbringen, und die Herrschaft an sichreilsen', und er schickte den Prexasues, einen Mann,der ihm von allen Persern mit der gröfsten Treue zu-gethan war, nach Pursien, um ihn umzubringen.Dieser gieng nach Susa und tödtete den Smerdis. Ei-nige erzählen, er hatte ihn auf freyem Felde getödtet,andre, er hätte ihn an das Erythreische Meer geführtund dort ersäuft.31 Dies soll die erste Unthat gewesen seyn, deren

Kamhyses sich schuldig machte. Jetzt traf die Reiheseine leibliche Schwester, die zugleich seine Gemah-linn war. Vor ihm war es bey den Persern nicht Sit-te, dafs ein Bruder seine Schwester heyrathete. AberKamhyses verliebte sich in eine von den seinigen, undweil er sie heyrathen wollte, obgleich er wohl wufs-te, dafs er dein Gebrauch dadurch zuwider handelte,herief er die königlichen Richter vor sich und fragtesie, oh ein Gesetz vorhanden wäre, welches die Ehemit der Schwester gestattete.*) Diese Leute schlugen

') Die königlichen Richter sind Männer, die man ans denReisern erwählt, und die ihre Stelle behalten, bis siesterben, oder bis man eine ungerechte Handlung von ih-nen entdeckt. Sie entscheiden bey den Persern in Rechts,fällen, und legen die vaterländischen Gesetze aus} dennalles dergleichen liegt ihnen ob.