, £95
sehr gut, dafs es eins der ersten Gesetze bey denPersern ist, dafs kein unehliches Rind die Königs-wünle erhalten darf, so lange noch ein rechtmäfsigerNächkomme vorhanden ist, und ehen so gut wissensie, dafs Kambyses ein Sohn der Kassandana, einerTochter des Pharnaspes , aus dem Geschlechte derAchämeniden und keiner Aegypterinn ist. Aber sie ver-drehen die Erzählung, um nur mit dem Hause desCyrus verwandt zu werden,g Man erzählt, auch noch eine dritte Geschichte, die
mir eben so wenig Glauben zu verdienen scheint. Mansagt, ein Persisches Weib hätte die Weiber des Cyrusbesucht, und wäre, als sie die schönen und grofseuKinder zur Seite der Kassandana gesehen hätte, vollerErstaunen in ein grofses Lob derselben ausgebrochen,und Kassandana, die Gemahlin des Cyrus, hätte sichdarauf mit folgenden Worten über die Nitetis be-schwert: „Und dennoch verachtet Cyrus mich, die„Mutter solcher Kinder, und erweiset dem Weibe,,,welches er aus Aegypten erhielt, weit mehr Ehre."Kambyses hätte diese Worte gebort, und darauf ge-sagt: „Wohlan, Mutter, wenn ich einst ein Mann„werde, will ich auch dafür in Aegypten das Unterste; ,zu oberst, und das Oberste zu unterst kehren."Damals wäre er erst zehn Jahr alt gewesen, und hättedie Weiber alle in Verwunderung gesetzt. In derFolge, da er Mann und König geworden wäre, hätteer sich dieser Worte erinnert, und den Zug gegenAegypten beschlossen,4 Diese Unternehmung ward noch durch folgende