£84
,,und nicht einen Theil seines Lebens dem Vergnügen„widmen, dann würde er entweder wahnsinnig, oder„ganz stumpf werden, und eben weil ich dies weifs,j,theile ich meine Zeit ein, wie ihr seht".
Während Amasis noch ein gemeiner Bürger war,i74soll er ein sehr unthätiges Leben geführt, und schondamals den Trunk und ausgelassene Reden geliebt ha-ben. Er trieb diese unordentliche Lebensart so weit,dafs er anfieng zu stehlen, wenn er durch den Trunkund seine Ausschweifungen alles verloren hatte. Läug-nete er dann den Diebstahl, so führten ihn diejenigen,die er geplündert hatte, vor das Qrakel des Orts, undoftmals ward er hier überführt und oft auch, freyge-sprochen. Nachdem er jetzt König geworden war, ach-tete er alle Götter, die ihn von jenen Beschuldigungenlosgesprochen hatten, gar nicht, und schenkte ihnennichts für die Verschönerung ihrer Tempel. Auchwollte er sie nicht verehren, noch bey ihnen opfern,weil ihr Orakel falsch wäre. Denjenigen hingegen, dieihn seiner Räubereyen überführt hatten, bewies er allemögliche Achtung, w e ü i nre Aussprüche untrüglichwären. — Er baute der Athene zu Sais bewundrungs-175würdige Propyleen, die durch ihre Höhe und Gröfse,und durch die Gröfse und Schönheit ihrer Steine, allesübertreffen. Ausserdem weihte er dort auch zwey un-geheure Androsphingen von Kolossalischer Gröfse, undliefs zum Schmuck entsetzliche Steinmassen hinführen;dje einen aus den Steingruben bey Memphis, die größ-ten aber aus Elephantine, welches zu Wasser zwanzigTagereisen weit von Sais entfernt ist. Was ich aber