Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
250
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Sechstes Kapitel.

Bis auf den Rhampsinitus soll Aegypten herrlich ver-124waltet und aufseist blühend gewesen seyn. AberCheops, der ihm in der Regierung folgte, stürzt es indas schrecklichste Elend. Erst schlofs er alle Tempel,und verhinderte das Volk zu opfern; dann zwang er",alle Aegypter für ihn zu arbeiten. Den einen befahler aus den Steingruben im Arabischen Gebürge, Steinebis an den Flufs zu schleppen, und dann in Schiffenhinüber zu schaffen. Dort waren andre bestellt, diedie Steine von da bis an das Libysche Gebürge ziehenmufsten. Hunderttausend Menschen arbeiteten bestän-dig drey Monate lang, ohne durch andre abgelöst zuwerden, und zehn Jahre lang ward das Volk alleindamit geplagt, dafs es einen Weg bauen müfste, aufwelchem die Steine fortgeschafft würden: ein Werk,welches nach meiner Einsicht eben so beträchtlich ist,wie der Pyramidenbau selbst. Denn die Länge diesesWeges beträgt fünf Stadien, die Breite zehn Orgien,und die Höhe, wo er am höchsten ist, acht Orgien;seine Steine sind geglättet, und mit eingehauenenThierbildern geziert. Diese Arbeit, nebst der auf dem'igel, auf welchem die Pyramiden stehen, und dieAufführung der unterirrdischeu Gebäude, worin er sichauf einer Insel, die er durch einen herabgeleitetenKanal des Nils bildete, sein Grabmal bauen liefs,