Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
198
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mand seine Tochter zur Ehe geben, noch eine vonihnen zur Ehe nehmen, sondern sie heyrathen sichblos unter einander. Die Selene und den Dionysosallein ausgenommen, opfern die Aegypter keinem Un-sterblichem Schweine, und jenen Gottheiten bringensie dies Opfer immer zu der nämlichen Zeit bey demnämlichen Vollmonde zugleich dar, und essen dann vondem Fleische. Sie gehen auch einen Grund an, warumsie die Säue bey andern Festen verabscheuen, und die-sen beyden Göttern doch opfern; aber obgleich ich ihnweifs, schickt es sich doch nicht, dafs ich ihn bekanntmache. Wird dies Opfer für die Selene gefeyert, sonimmt man, wenn die Sau geschlachtet ist, das äufsersteEnde vom Schwänze, die Milz und das Netz, legtdiese Theile zusammen, umwickelt sie mit dem Fettvom Bauche, und verbrennt sie im Feuer. Das übrigeFleisch essen sie an dem nämlichen Vollmonde, an demdas Thier geopfert wird, und doch würden sie an kei-nem andern Tage nur das mindeste davon kosten. DieAermeren kneten sich wegen ihrer Dürftigkeit ein 43Schwein aus Roggenmehl, welches sie dann backenund opfern,

Dem Dionysus opfert ebenfalls ein jeder an demFeste dieses Gottes vor seiner TLüie ein Schwein, giebtes aber dem Hirten, der es ihm geliefert hat, zurück.Uebrigens feyern die Aegypter, wenn man das Opferdes Schweines ausnimmt, dies Fest heynahe eben so,wie die Hellenen. Statt der Thalien tragen die Weiberandre, eine Elle lange und durch Saiten bewegliche,Bildsäulen mit einem nickenden Schaamgliede umher,