Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
89
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mert; er wegen der Niederkunft seiner Frau, sie, weilHarpargus ihren Mann so ungewohnter Weise hatteholen lassen; und da sie ihn nun bey seiner Zurück-kunft unerwartet wiedersah, fragte sie ihn gleich,warum ihn denn Harpagus so eilig hätte vor sich fodernlassen?Weib, antwortete er, bey meiner Ankunft inder Stadt habe ich Dinge gehört und gesellen, dieich nimmer möchte erfahren haben, und die nimmerunsern Gebietern hätten begegnen müfsen. Des Her-pagus Haus war mit Wehklage angefüllt. VollSchrecken gieng ich hinzu und kaum war ich hinein-getreten, als ich ein Kind in Gold und bunter Klei-dung dort liegen sah, das zappelte und weinte. So-bald Harpagus mich erblickte, befahl er mir, das Kindgleich mit zu nehmen, und es in den wildreichstenGebürgen auszusetzen. Astyages hätte es befohlen, under fügte die schrecklichsten Drohungen hinzu, wennich dem Befehle nicht nachkommen sollte. Ich nahmalso das Kind an, und trug es weg, in der Meinung,dafs es einem von des Harpagus Hausgenossen ge-'hurte; denn wo es würklich herkam, konnte mir nichteinfallen. Nur setzten mich das Gold und die Kleider,womit es geschmückt war, in Erstaunen und nichtminder die entsetzliche Wehklage im Hause des Har-pagus. Aber auf dem Wege erfahre ich unvermuthetdie ganze Sache von einem Knechte, der mich zurStadt hinaus begleitete, und der mir das Kind über-leben hatte. Der Knabe nämlich wäre ein Sohn derMandane und clesKambyses, und Astyages hätte befoh-len, dafs man ihn umbringen sollte. Und dies istwirklich wahr!"