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Unterjochung der Lyder, weder Wohlleben noch Uebor-
ilufs. Doch Sandanis vermochte den Krösus nicht
durch diese \ orstellungen zu bewegen, und er zog im
Vertrauen auf das Orakel gegen Kappadocien *) aus.
73 Doch waren es auch noch andre Ursachen, die ihn zu
dieser Unternehmung reizten. Denn er wünschte noch
mehrere Länder mit seinem Reiche zu vereinigen, und
nicht minder seinen Schwager, den Meder König Astya-
ges, den Sohn des Kyaxares, am Cyrus, der diesen
vom Throne gestofsen hatte, zu rächen. Denn Krösus
hatte die Schwester des Astyages geheyrathet, und
dies zwar bey folgender Gelegenheit.
Eine Horde Scythischer Nomaden, die in ihremLande einen Aufruhr erregt hatte, floh nach Medienund bat den Kyaxares, den John des Phraortes undEnkel des Deiokes, der damals die Meder beherrschte,
72 *) Die Kappadocier werden von den Hellenen Syrier ge-nannt, und diese Syrier waren vor der Herrschaft derPerser, den Metlern, und jetzt schon dem Cyrus un-terworfen. Demi die Grenze des Modischen und Ly-dischcn llcickes war der Halysstrom, der von der Arme-nischen Grenze her durch das Land der Cilicier fliefst,dann bey seinem Fortgänge die Maliener auf seiner lin-ken, die Phtygier auf der rechten Seite hat, und indemer diese verliifst und gegen Norden zuströmt, die SyrischenKappadocier zu'seiner Linken, die Paphlagoner zu seinerRechten von einander trennt. Der Halysstrom schneidetalso von dem gegen Cypcrn gelegenen Meere an, Biszum Euxiiiischeu Meere hin, den ganzen untern Theilvon Asien ab. Denn dies ist der Hals des ganzen Lan-des, eine Strecke, auf der ein fertiger Fufsgänger fünfTage zubringt.