Hellenen gaben zur Antwort: so wenig wie man ih-nen Genuglhuung, , wegen des Rauhes der ArgäerinnIo, gegeben hätte, eben so wenig würden sie, in demgegenwärtigen Falle, welche geben.; Ein ganzes Menschenalter nachher, soll Alexander,
der Sohn des Friams, der von diesen Dingen gehörthatte, beschlossen haben, sich ein Weib aus Hellas zurauben. Denn er war überzeugt, dafs er keine Genug-thuung, wegen ihres Raubes geben würde, weil jenesie auch damals nicht gegeben hatten. Da also dieHellenen zuerst Gesandte abschickten, um die Rück-gabe der Helena und Genuglhuung wegen ihres Rau-bes zu begehren: stellte man diesen das Beyspiel vonder Medea entgegen, und fragte sie, wie sie Genug-lhuung fodern könnten, da sie selbst doch keine gege-ben hätten?
Bis dahin, sagen die Perser, blieb es also bey wech-selseitigen Räubereyen; aber jetzt luden die Helleneneine grofse Schuld auf sich, indem sie zuerst mit ei-nem Heere in Asien einfielen, noch ehe sie selbst Eu-ropa angegriffen hatten. Zwar gaben sie zu, dafs derWeiberraub eine ungerechte That wäre, aber unüber-legt wäre es auch gehandelt, wenn man sich um dieGeraubten viel bemühen wollte, und im Gegentheilweise, wenn man gar nicht darauf achtete; denn of-fenbar würden die Weiber nicht entführt worden seyn,wenn sie es nicht selbst gewünscht hätten. So hättensie sich auch, nicht im mindesten, um die, aus Asiengeraubten Weiber bekümmert; aber die Hellenen hät-ten um einer Lacedämonischcn Frau willen, ein gros-