Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
60
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Der Eisvogel, Königsfischer (Alcedo istpida) dürfte wohl der schönste unter allen deut-schen Vögeln seyn, da er am Farbenschmuzdem schönsten Papagey gleichkommt. Er wirkwegen seines großen Schnabels zu den Specht-artigen Vögeln gerechnet; dahingegen sind Füße,Schwanz und Flügel ſehr klein, er iſt 6 ½ Zolllang; der Oberkopf und die Dekfedern, so wiedie Schultern und der Schwanz sind schwarzgrün mit hellem Lazur geflekt. Der Leib istoben dunkelgrün und unten hellbraun. DerHals iſt röthlich weiß, die Flügel ſind ſchwärz-lich und grün. Das Weibchen ist von Farbeblässer. Er hält sich an den Flüssen und Tei-chen auf, bleibt den Winter bei uns. SeineNahrung besteht vorzüglich aus kleinen Fischen,die er, wie ein Stoßhabicht an dem Lande fängt.In Ermangelung der Fische, besonders imWinter begnügt er sich mit blosen Puppen derWasserinselten, die er unter dem Eise erhält;er nistet an den Ufern in einem horizontalentiefen Loche, legt 7 bis 9 Eier, brütet 14 Tage.Sein Fleisch ist essbar, er wird aber übrigensunter die schädlichen Vögel gerechnet.Den Beſchlus werden die Nachtraubvͤgelmachen, worunter ber Schuhn oben an steht.Dieſer