421schmerzlichen, aber doch auch lehrreichen undnützlichen Erfahrung, klar und deutlich erkennen,daß zur Gründung, Erhaltung und Beförde-rung der Ruhe und Wohlfarth der Staaten,noch mehr, noch etwas höheres und größeres,als Gesetze, als Kriegsheere, als Gewerbfleißund Handlung, daß dazu vor allen Dingen auchPflicht und Tugend gehören, welche nur einvernünftiger Religions Glaube erzeugt! — Er-bittert und erzürnet euch aber auch nicht wederüber die böse Zeit selbst, noch über die Menschenwelche darinn so viel Kummer und Elend füreuch und alle guten Bürger des Vaterlandes be-wirken. Es ist eine Zeit der fast allgemeinenzerblendung, der oft seltsamsten Verwirrung derBegriffe, welche nothwendig aus dem für somanche oft viel zu schnellen Uebergange von derDunkelheit zum Lichte entspringt. Diese wirdbald genug vor der deutlicheren Erkenntniß derWahrheit verschwinden, wenn einmahl die län-gere Erfahrung, Mäßigung und reiferes Nach-denken zurückgebracht, und, welches das wich-tigste ist, die fliehende Sittlichkeit, sich aufsneue unter uns festgesetzt hat. Bis dahin ver-geſſet es auch in der böſen Zeit nicht, daß diemenſchliche Natur groß und edel, daß ſie großerDinge fähig, und zu großen Dingen bestimmtist. Und das müsse euch immer mit Achtung undLiebe gegen eure Nebenmenschen erfüllen, undeuchDd 3
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3 (1800)
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