Nie, das wisset ihr alle, haben wir die man-nichfaltigen und großen Vorzüge und Vortheiledes scheidenden Jahrhunderts, auf irgend eineeise verkannt oder herabgesetzt. Immer war eseine unsrer angenehmsten Pflichten, eure Aufmerk-samkeit darauf zu lenken, und uns gemeinschaft-lich mit euch darüber zu freuen. Und welche Freu-de könnte auch edler, frommer, gottgefälliger alsdiejenige seyn, die aus einer lebendigen Ueber-eugung von der größern Bildung und Vollkom-menheit entspringt, deren wir mit unserm gan-zen Geschlechte während dem Laufe dieses merk-würdigen und thatenvollen Zeitraumes theilhaftiggeworden sind, oder doch theilhaftig werden kön-nen, sobald wir die vielen uns zum Besitze der-selben führenden Mittel ernstlich anwenden wol-len? Das einzige, was hierinn oft unsere Zu-friedenheit zu stören, und unser lautes Frolockenin Thränen des Kummers zu verwandeln vermoch-te, war der Anblick eben so großer und mannich:faltiger Nachtheile, welche das Ende dieses blü-henden Jahrhunderts entstellen, und unsere an-genehmsten Hoffnungen und Aussichten, wenig-stens auf lange vereiteln; der traurige Anblickdes Leichtsinns, des Unglaubens, der Ausschwei-fung und Zügellosigkeit, welche allenthalben dasmühsam errichtete Gebäude der menschlichen Weis-heit3b 3
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3 (1800)
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