366gewöhnlich ganz übersehen werden, die in diesemStücke den Antrieben des Zeitgeistes oder derLeidenschaften blindlings zu folgen gewohnt sind.Kaum wird es endlich noch eines eigentlichenBeweises bedürfen, daß ein so schändliches undin seinen Folgen so gefährliches Laster mit demGeiste des Christenthums streite.Meine Abſicht iſt deßwegen auch nicht, in dieſerRücksicht hier die Stellen zu wiederhohlen, wo-rinn sich das Evangelium so deutlich und starkfür Ehrfurcht und Gehorsam gegen Obrigkeitenund Gesetze, und ebendamit denn auch, wideralle Arten des Aufruhrs und der Empörung er-klärt. Aber auf das besondere Verhalten desUrhebers desselben, wünschte ich euch bey dieserGelegenheit, und in dieser Absicht aufmerksamzu machen. Unſtreitig konnte derjenige, denwir als den Weisesten und Tugedhaftesten unterallen Menschen verehren, dem selbst seine Fein-de den Ruhm der ausserordentlichsten Weisheitund Tugend nie streitig gemacht haben, unstrei-tig, sage ich, konnte Christus weder die Art,wie zu seiner Zeit, sein Land und Volk von ei-ner fremden Nation gewaltsam unterdrückt wur-de, noch die besondere, der menschlichen Frey-heit und Wohlfarth so ungünstige Verfassungdesselben, mitWohlgefallen betrachten. Ihmmußte vielmehr, nach seinen eignen Grundsätzen,das
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3 (1800)
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366
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