332fentlich an den Tag legen müſſen. Denn dieſeEhrfurcht für wahre, standhafte Tugend und un-erschütterliche Treue im Guten liegt nicht nurtief in der menschlichen Natur, sondern die Fällesind auch häufig, wo selbst die Sclaven der Un-sittlichkeit ihre Zuflucht zu denjenigen nehmen,deren gerades und festes Verhalten sie nichtweniger mit Vertrauen als mit Ehrfurcht erfüllt.Nicht nur die Vernunft stellt uns die Größeund Schönheit eines solchen festen, im Gutenunerschütterlichen Sinnes und Wandels vor Au-gen, sondern auch die Geschichte unseres Ge-schlechtes überzeugt uns auf das lebhafteste da-von. Alle wahrhaft große und ehrwürdige Men-ſchen, deren Geſinnungen und Thaten die Jahr-bücher der Menschheit, zu ihrem unsterblichenRuhme verewigen, das waren nicht solche, diemit Meinungen und Grundsätzen, wie mit Klei-dern wechselten, die heute so, und morgen wie-der ganz anders dachten und gesinnet waren,die heute diese, und morgen wieder eine ganzandere Sache wollten und wünschten; es warennicht Menſchen die von dem Beyfalle des großenHaufens, von der Volksgunst, von der herr-schenden Mode und den herrschenden Vorurthei-len in ihrem Thun und Lassen abhingen. Nein,es waren Männer, die sich davon entfernten;die
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3 (1800)
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