325les nicht auch die Vernunft und Erfahrung?der große Haufe ist ein sehr schlechter Führer. Dennworaus besteht er? Entweder aus der Menge desVolkes, oder aus den Angesehenen und Großenunter demselben. Unwissenheit und schlechte Erziehung sind die Kennzeichen von jener; und Mo-de, Vorurtheil, Eitelkeit und Zerstreuung leitenund stimmen die Denkungsart und Urtheile vondiesen. Beyde sind in gleichem Grade verächt-lich. Beyde verdienen keine Rücksicht von demweisen und guten Menschen, wenn es auf dieFrage ankommt, nach welchen Grundsätzen undRegeln er denken und handeln soll. Um diesezu entscheiden, haben wir uns bloß die Aufgabezu beantworten, was in sich wahr, und rechtund gut ist? Was die Zufriedenheit und Wohl-farth des einzelnen Menschen, und unseres gan-zen Geschlechtes am besten und sichersten beför-dert? Wodurch der Zweck unseres Daseyns, sowie der Zweck unserer gemeinschaftlichen Verbin-dung am sichersten erreicht werde? Das könnenspiele von andern bestimmen. Das istkeineallein die Sache der Vernunft und des ernstenruhigen Nachdenkens. Und wie wenige giebt esverhältnißweise, die ihre Vernunft dazu unpar-theyisch gebrauchen, und zu einem solchen vestenund ruhigen Nachdenken aufgelegt sind? Darumlaßt euch weder durch dieeyspiele des großenHaufens, noch durch das Ansehen derer, die soI 3gerne
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3 (1800)
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