.323Sie mag mit noch so viel blendendem Witze vor-getragen, mit noch so vielen täuschenden Grün-den unterstützt seyn oder werden. Ich bin viel-leicht nicht im Stande die Blendwerke von je-nem oder den Ungrund von diesen, deutlich undklar zu enthüllen. Aber nichts destoweniger ken-ne ich sie an ihren Wirkungen, mit der unum-stößlichsten Gewißheit, als eine gemeinschädli-che, höchstverderbliche Lehre, als das tödtlich-ste Gift für Menschen und Völkerglück. Ich fol-ge nur dem klaren, unzweifelhaften Ausspruche meines Verstandes, wenn ich sie als einesolche betrachte, und dem bestimmtesten Ausspru-che meines Gewissens, wenn ich sie mit Abscheuverwerfe. Und je klarer ich, bey einiger Auf-merksamkeit, das tiefe, durch dieselbe allenthal-ben verbreitete Elend bemerke, desto fester undstandhafter will ich nun in denjenigen Grundsä-tzen, in dem Glauben an die Wahrheiten behar-ren, deren treue Befolgung, mich und die mei-nigen und die ganze menschliche Gesellschaft, si-cher zum Ziele der Vollkommenheit führt.Lasset euch, ferner, nicht durch frem-de Beyspiele verführen. Ueberall sehetihr eine Menge von denen, welche eine besonde-re Art der Aufklärung und höherer Weisheit da-rinn suchen, Religion und Gewissen, als Ueber-bleibsel des alten Aberglaubens zu verlachen,und eben dadurch, so viel anihnen ist, die Sitt-lich-X 2
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3 (1800)
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323
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