258Beschützerinn der Unschuld, empört; wessen ihreuch schon vor jedem weisen und rechtschaffenen,euch selbst verehrungswürdigen Manne, und alsonoch vielmehr vor Gott, dem allwissenden, un-trüglichen Zeugen, zu schämen Ursache habt; wo-von ihr voraussehet oder doch voraussehen kön-net, daß es mit dem Grade eurer Einſichten undKenntnisse nicht übereinstimme, und euch alsoweit eher verwirren als belehren, weit eher inGefahr bringen als nützlich ſeyn werde; das mei-det ganz; das fliehet als die Pest eurer eignenund der allgemeinen menſchlichen Wohlfarth; dasüberlasst denen zu prüfen, deren besonderer Standund Beruf auch die dazu nöthigen Vorkenntnissevon ihnen fordert; und davon haltet weise undliebreich auch diejenigen ab, deren Glück undWohlfarth euch theuer, oder auf irgend eine Wei-se anvertraut sind. Thut das um so viel mehr,mit so viel größerer Gewissenhaftigkeit und Treuegegen euch selbst und die eurigen, da es ja inallen Arten des menſchlichen Wiſſens, der un-terrichtenden, belehrenden, angenehm unterhal-tenden und ergötzenden Schriften genug giebt,durch deren Lesen ihr euren Durst nach Unterricht,oder nach angenehmer Unterhaltung des Geistesmehr als hinlänglich befriedigen könnt, ohne eu-re und der eurigen Tugend und Wohlfarth, durchgefaͤhrliche Grundsätze zu stürtzen. Gerade da-durch würdet ihr nur soviel thörichter handeln,und
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3 (1800)
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258
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