189mir nicht allein das Gute, als den Willen Gottes; siezeigt mir nicht nur das höchste Muster alles Guten;sie ermuntert mich nicht nur zur Nachahmungdesselben, durch den heiligen Gedanken an Gott,als meinen Zeugen und Richter; sondern siestellt mir auch noch das herrlichste Gemählde derTugend, das entzückende Bild der reinen, vere-delten Menschheit, in ihrem großen Stifter vorAugen. Er ist mir das sichtbare Ebenbild vonseinem und meinem Vater, vor jenem unsichtba-ren, aber vollkommnen Urbilde aller Weisheitund Güte. An ihm, an seinem Sinn' und Ver-halten leuchtet mir die Schönheit, die Ehrwür-digkeit, die Glückseligkeit eines ganz Gott undder Tugend gewidmeten Lebens, weit heller undglänzender, als an jedem andern Gemählde, dasmir der edelste menschliche Geist, und die rüh-rendste menschliche Sprache, davon zu entwerfenvermögen. An ihm, an seinem ganzen Sinnund Verhalten, nehme ich es klarer und lebendi-ger als es mir Worte ausdrücken, wahr, wieauch ich mich, als Mensch, in menschlichen Ver-hältnissen, dem Urquelle aller Vollkommenheitnähern, und vollkommen werden kann, wie meinVater in dem Himmel vollkommen ist. Wennich geſinnet bin, wie er geſinnet war,und wandele, wie er gewandelt hat;wenn mich so, in meinem ganzen Leben, und inallen Umständen und Verhältnissen desselben, rei-ne Liebe zu Gott, und Liebe und Güte gegendie
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3 (1800)
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189
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