177Denkungsart machen, gegen jeden unter ihnengerecht und billig zu seyn! Jeden von meinennäheren oder entfernteren Brüdern so zu behan-deln, wie ich von ihm wünschte behandelt zuwerden! Wie verabſcheuungswürdig muß mirnicht durch diese Denkungsart, jede Ungerechtig-keit, jede Vervortheilung, jeder Betrug, jedeUnbilligkeit selbst, gegen meinen Nächsten wer-den, den ich mit mir in einer so engen Verbin,dung erblicke! Und wie unmöglich wird es mirseyn, selbst irgend einen meiner Brüder, irgendeine meiner Schwestern, zu kränken, zu bedrücken,zu vervortheilen, oder ihnen einen Dienst, eineHülse, eine Erleichterung, eine Nachsicht undSchonung zu versagen, die ich in ähnlichen Um-ständen, als Mensch auch von ihnen begehre!Wie fähig und geneigt werden mich nicht dieseebenso reinen als wahren Grundsätze machen, anihrem Wohl und Wehe, an ihren Freuden undLeiden, den innigsten und thätigsten Antheil zunehmen, und darinn nur mein eignes Wohloder Wehe, meine eigne Freuden oder Leidenzu sehen! Wie fähig und geneigt jene nach al-len meinen Kräften zu befördern, diese, so vielich kann zu vermindern. Welche Freude wirdes mir seyn, wenn ich auf irgend eine Weise,durch Worte oder durch Werke, durch Thun,oder durch Dulden und Aufopferungen, die Zu-friedenheit und Wohlfarth meiner Brüder, dieVoll-M
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3 (1800)
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177
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