174Druck jedes Leidens-bend, bey dem Anblicke jederRoth und Gefahr, der Gedanke an seine Be-stimmung und Würde, der Gedanke an Gottseinen himmlischen Vater, der Gedanke an dieZichtigkeit und Größe seines Berufes auf Er-den, der Blick auf die Zukunft, die Aussichtins bessere Leben! Und wie könnte ich, diesesreizende, durch keine Flecken entstellte Gemähldeder Tugend, dieses göttlichen Leben meines Er-lösers betrachten, ohne von dessen Schönheit undWürde durchdrungen, den edlen Entschluß zufassen, ihn mir zum Vorbilde, zum Anführerund Vorgänger auf dem Wege des Lebens, desLeidens und Todes zu nehmen? Kann ich aufeinem andern Pfade, die Bahn der Tugend,das Ziel meiner Bestimmung, der höhern Voll-kommenheit sicherer, oder auch nur so sicher er-reichen? Ja wenn ich so wie er, Gott überalles liebe, und mich durch Weisheit und Tugenddem Höchstvollkommnen nähere; so wie er, denVillen meines himmlischen Vaters, ohne Rück-sicht auf Lohn und Beyfall der Menschen, ausreiner Liebe zu Gott, aus reiner Liebe zurPflicht und Tugend erfülle; wenn ich, wie er,mein Leben dem Dienste meiner Brüder, derWohlfarth und Glückseligkeit der Menschen wid-me und opfere, und in diesem göttlichen Sinneauch bey ihrem schwärzesten Undanke, unter derLast gehäufter Leiden beharre; wie er, auch inder
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3 (1800)
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