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3 (1800)
Seite
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146die Erschütterung und Vernichtung des Grundes,auf welchem sie ruht? Als wenn dem Menschender Glaube an seine eigene höhere Bestimmungund Würde, das Gefühl seiner Abhängigkeit undVerbindung mit dem höchsten und vollkommenstenWeſen, die Hoffnung der Unſterblichkeit und künf-tigen Vergeltung seiner gegenwärtigen Gesinnun-gen und Thaten, welche das Christenthum ein-flößt, durch den Unglauben, durch die schnödesteVerachtung dieser ehrwürdigen und beglückenden Re-ligion geraubt wird? Als wenn man ihn allmählichdaran gewöhnet, alle Wahrheiten und alle Vor-schriften derselben als Satzungen des Aberglau-bens und der Herrschsucht, und sich selbst nur alsein vernünftigeres Thier zu betrachten? Als durchdie Ueberredung, daß er, mit Verachtung allerhöheren Anweisungen zu seiner Glückseligkeit, nurden Aussprüchen seiner Vernunft folgen müsse,die man denn unaufhörlich mit seinen Neigungenund Leidenschaften in Streit und Widerspruchbringt? Mich dünkt, wir haben es deutlich ge-nug in unsern Tagen gesehen, wohin diese Ueber-redungen führen; es deutlich und oft genug wahr-genommen, welche Ausschweifung, welche Zügel-losigkeit, welche Auflößung und Vernichtung al-ler gesellschaftlichen Ruhe und Wohlfarth sich daallenthalben verbreiten, wo einmahl der stärksteGrund der Sittlichkeit dadurch erſchüttert oderzerstört worden ist.Sie