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119Aberglaube alle die Uebel erzeugt, die ihr jeztauch in der Gesellschaft der größeren Aufklärungwahrnehmt, welche Gränzen würdet ihr dannder lezten Bestimmung, um jene für immer zuentfernen? Welches Maaß des Lichts und derWahrheit würde nach eurem Urtheile groß oderklein genug ſeyn die Ruhe der Völker, die Wohl-farth der Staaten zu sichern?Wahr iſt es allerdings, daß die blühendſten,mächtigsten Völker der Vorwelt dann erst gesun-ken, am tiefsten gesunken sind, nachdem sie ei-nen hohen Grad der wissenschaftlichen Bildungund Aufklärung sowohl, als der größeren Frey-heit erreicht hatten. Aber folgt daraus wohl,daß man diese als die Quellen ihres Verfallesansehen dürfe? Hatten sie ihnen nicht vielmehrihren blühenden Wohlstand, ihren Ruhm undihre Größe zu danken? Und läßt uns nicht dieGeschichte noch ganz andere Gründe bemerken,aus welchen ihr Verderben entsprang? Derdurch Eroberungen und Handlung allenthalbenverbreitete Wohlstand und Reichthum, erzeugteſeiner Natur nach, Ausſchweifung, Ueppigkeitund Wohllust. Die alte Einfalt und Würde derSitten verschwand, und, Würde mit Lüsternheitund Verschwendung verwechselt. An die Stelleder alten Tugend, des Gemeinſinns, der Vater-landsliebe, der Treue, traten nunmehr Selbst-suchtH 4