110Quelle tödliches Gift, und erquickendes Labsal,Glück und Verderben hervorströmen, oder, daßman von nun an, von dem Weinstocke Dornen,von dem Feigenbaume Disteln sammle. — Undsehen wir nicht, wenn wir uns nur einen Au-genblick den Belehrungen der Vernunft, und derGeſchichte überlaſſen, daß die Bildung und Ver-edelung unseres Geschlechtes, daß die größereVollkommenheit desselben durch Wissenschaften,und Freyheit, selbst mit zu dem Plane des höch-sten Beherrschers, des allgemeinen Vaters derMenschen gehöre? Ist er nicht die unerschöpfli-che, ewige Quelle aller Vollkommenheit und Güte, aus welcher nur Segen und Leben hervor-strömt? Ist nicht sein Geist ein Geist der Weis-heit und Freyheit?Wird es schwachen Sterbli-chen, in dem vermessensten Wahne gelingen,den Entwurf seiner untrüglichen Weisheit, sei-ner alles umfassenden, und alles beseligendenMacht zu vernichten? Hängt es von ihnen undihren Bemühungen ab, wie weit, in welchemMaaße dessen Ausführung statt haben soll? Unddürfen sie, ohne sich selbst zu schänden, ohne sichgegen Ihn zu empören, und das Glück ihres ei-genen Geschlechts zu verrathen, es auch nurwollen und versuchen, die Quelle des Lichts undder Wahrheit zu verdunkeln, oder den Ausflußderselben auf andere zu hemmen? Würde nichtjeder
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3 (1800)
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