98Reizten sie es durch einen kurzen, flüchtigen Ge-nuß der größten Wohlthaten und Segnungen,durch die noch reizendere Aussicht auf höhereVollkommenheit, um es desto früher und ſchuel-ler in Verwirrung und Jammer zu stürtzen? Ichkann mich, was mich betrifft, nicht davon über-reden, und alſo auch, ein auf Gründen der Ver-nunft und Erfahrung ruhendes Urtheil, vomScheine getäuscht, nicht zurücknehmen. Die Sa-che ist indessen zu wichtig, und mit unserer undunseres ganzen Geschlechtes Wohlfarth und Glück-ſeligkeit zu genau, zu innig verbunden, als daßsie nicht eine neue, und zwar die aufmerksamsteUntersuchung von unserer Seite verdiente. Mei-ne Absicht ist es, euch dazu einige Anleitung, inmeinem gegenwärtigen Vortrage zu geben. Ichwünsche darinn, mit besonderer Rücksicht aufdas öffentliche Unglück unserer Zeiten, die Fra-Se: Was Völker und Länder unglück-lich und elend mache, noch einzeln zu er-örtern, so wie wir neulich die damit verwandteerste Frage: Was Völker und Länder glücklichund blühend mache, näher untersucht und beant-wortet haben.Möchte es doch Gott, dem ewigen unerschöpf-lichen Urquelle aller Wahrheit, Güte und Voll-kommenheit gefallen, unsere Augen in Absichtauf das Elend, das uns trifft und noch drohet;zu
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3 (1800)
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