76keit und Wohllust verdorbenen Zeitalter mitSchmach und Hohn überschüttend, als die ge-liebkoßte Lehrerinn der Lüsternheit und alles ver-heerenden Sittenloſigkeit, auf deren alle Tugendmordenden Grundsätzen, jeder Weichling undWüstling sanft ruhete, und jeden Ruf der Pflicht,jede Warnung des Gewiſſens erſkickte. Sie wuſtesich diesen allgemeineren Einfluß bald zu verschaf-fen, indem sie gefällig aus den Pallästen derGroßen in der geringeren Wohnungen trat, undauch da alles, erst mit Lüsternheit und Wohllust,und dann mit Elend und Jammer erfüllte. Undso war denn, selbst jede Möglichkeit der Ret-tung verloren.Wiſſenſchaften und Künſte entfernten ſich baldmit jeder Art der Wahrheit und Weisheit, vonVölkern, unter welchen die alles verheerendeHerrschaft der Ueppigkeit und Wohllust, jedenedleren Sinn, jedes reinere Gefühl, für höhereSchönheit, für innere Güte, für menschlicheBestimmung und Würde verdrängten. Sie über-ließen sie allem zurückkehrenden. Elende der Roh-heit und Barbarey, aus welchem sie durch ihreHülfe errettet waren, und in welches sie sich nunwieder freywillig stürzten. Den besten Staats-verfassungen, die weisesten und gerechtesten Ge-setze waren nur ein schwacher Damm, gegen diemannichfaltigſten, ſich von Tage zu Tage ver-neuernden und vermehrenden Anfälle, der wil-den
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3 (1800)
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