19lichen Geistes und Herzens, im kommenden Jahr-hunderte, von der Religion erwarten und hof-fen? Von ihr, deren stärkende und beseligendeKraft immer allgemeiner verkennt wird? Vonihr, welche der frechste und unwissendste Unglau-be, täglich herabwürdigt? Von ihr, deren Ge-ringschätzung und Verspottung von unseren Hö-fen, von unseren feinsten und auserlesensten Ge-sellschaften ausgegangen ist, und sich nun baldwohl in den Hütten des rohen Theils unseresGeschlechtes, in den Gesellschaften der Tagelöh-ner zu endigen droht? Muß er nicht vielmehrbefürchten, daß ſie bald ganz von der Erde ent-fliehen, daß sie leichtsinnige und verdorbeneSterbliche ihrer eignen Unruhe, ihren eignenQuaalen überlassen werde? — Und was könnteihn berechtigen, sich die völligste Herrschaft derFreyheit über Menschen, die ihrer eben so fähigals würdig sind, zu versprechen? Vereinigt sichdenn nicht alles in unseren Zeiten, jede Spurderselben, mit der Religion und Wahrheit, ausunserer Mitte zu vertreiben? Ist es wohl bloßnoch, die Unwissenheit und Rohheit der Men-schen, oder das stets gezückte Schwert drohen-der Tyrannen, welche uns ihrer Segnungen undFreuden berauben? Sind es nicht noch weitmehr Unsittlichkeit, Ausschweifung und Lasterdie ihr allenthalben den Eingang verwehren?HabenB 2
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3 (1800)
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