12Die Mächte von Europa.wachens werth waren, mußten von ihrer Armuthnoch den letzten Blutschweiß zollen! Daher kam dieVaterlandsliebe überall so schrecklich in Verfall!Lange Jahre her gehet die Hauptsorge unsrerFürsten dahin, ihre Gewalt und Macht zu verstär-ken; ihre Heere zu vermehren; militärische Staats-einrichtungen zu machen; oft schon hat dies dieVölker zur Rebellion gebracht. Alle Fürsten=Sor-gen giengen auf Soldatenwerbung. — Die Staats-Einnahmen flossen überall nur in die Kriegskassen;und so hatten wir endlich so viel gewonnen, daßes am Ende des 18ten Jahrhunderts bald keinenwohlhabenden Bürgerstand mehr gab, und dieganze europäische Staatskunst und Anstrengun-darauf losgieng, einander militärisch die Hälse zubrechen.Konnte Europa eine so gräuliche Kräfter-schöpfung lange ertragen? — daß es seine kraftvoll-sten Söhne dem Kriegsstand wiedmen mußte undnoch dazu im Handel und Wandel durch Kontribu-tionen, Kriegssteuern und Theurung zu Boden ge-ritten wurde? Nein! Kein guter Fürst kann anneue drückende Auflagen denken! — Die Ueber-spannung war zu groß. Wenn die Kayser undKönige die vielen Millionen Gold — die sie für ihreKriegsheere vergeudeten, als Lebenssaft in so vieleausgetrocknete Adern des Staatskörpers gesprützt
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Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
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