G. Nr. 2662 - 2664. 955
dem Kreuze nm Hügel bemerkt man das Zeichen. Dieses Bild ist inUmrissen gegeben, und nur leicht schattirt. Es wurde in Farben aus-gemalt, kommt aber colorirt ebenso selten vor, als schwarz. H. 3 Z.10 L lii\ 2 '/,. 5 L. Der Meister gehört der oberdeutschen Schulean, und lebte vielleicht in Nürnberg. K,s bat sich ein handschriftlicherVertrug erhalten , nach welchem Sebold Schreyer dem Meister SeboldGallendorfcr dem Formschneider den Schnitt von Platten zum Arche-typus triumphantis llomae überträgt. Dieses Werk wurde gegen 1493projektirt, und den Contrakt gibt Heller in der Geschichte der Holz-schneidekunst S. 80 Nota 40. Von Gallendorfcr, oder Gallenssdorfcr,wie er sich nennt, hat sich kein Blatt mit dem Namen erhalten. Viel-leicht bezieht sich der obige Buchstabe auf ihn.
2662. Unbekannter Metallschneider, welcher um 1495 in LyonO gelebt haben könnte. Von ihm sind die 24 Blatter folgenden
f^ seltenen Werkes : Les sept Saiges de romme. ()n Im vend a Lyonpres nolre damts de confort cheulx Olivier Arnoulle.l. s. n., qu. 8. DerMetallschncidcr hatte Vorbilder in der Weise der alten französischenMiniaturen. Die Zeichnung der Uilder ist lobenswerth, besondershinsichtlich der Bewegung der Figuren von grosser Naturwahrheit.Der Schnitt ist aber mittelmässig. Die horizontalen Schraffirungendeuten auf einen in der holländischen Schule gebildeten Künstler. DerBuchstaben n kommt nur auf einem einzigen Blatte vor.
2663. Unbekannter Goldschmied, welcher um 1490 in Obcrdeutsch-jfit- land gelebt hat Ein äusserst seltenes Blatt mit diesem Zeichen,<§^ welches wohl für g zu nehmen ist, stellt einen Hallebardier vor,wie er, nach rechts gerichtet, sein mit einer Feder geschmücktesBarret abnimmt. Oben ist ein Schildchen mit dem gegebenen Zeichen.H. 4 Z. 5 L. Br. «1 Z. 3 L. Diese Vorstellung diente wahrscheinlichzur Verzierung des oberen Theiles einer Dolch- oder Säbelscheide.Der Abdruck kommt von einer Blatte , welche vor der Ausfüllung mitNiello abgedruckt wurde. In der kgl. Sammlung zu Dresdi n ist einExemplar. Die Zeichnung, und vielleicht auch die Gravirung könntevon Meister Gilg aus München seyn, welcher die folgende Stelleeinnimmt.
2664. Gilg Sesselscbrelber, Maler aus München, stand in Diensten" \ _ — I n c — des Kaisers Maximilian 1., und
/ G^^^fg^ kommt daher in den alten Zunft-^J \J^J papieren der genannten Stadt nicht
vor. Seine Anfänge fallen gegen Ende 'des 15. Jahrhunderts, einsicheres Datum gewinnen wir aber erst 1 ö 05 nach einer eigenhändigenQuittung des Künstlers, welche sich in der Autographen-Sammlung desk. k. Statthaltcrci-Sokrctärs Herrn Jobann Wieser in Innsbruck be-findet. Der Künstler nennt sich in diesem Documenta Gilg maller vonmanchen und schliesst: Wirtburg an dem 31 Tag Oetoper MV und imfünften Jar — . Unter seinem Namen fügte er auch noch das obige Zeichenbei dessen er sich wahrscheinlich öfter bedient hatte. Eine zweiteQuittung im Besitze des Herrn J. Wieser lautet: Ich Gilg k. MJ Hof-maler beken mit mein aig-hand, dnss ich enpfaxT/ hab fier Gulden rl. »uterung zu augfpury von Dionisy braun k. M.l /.ohehreiber. Derselben fierGulden fag ich obgeniit Zolfchr eiber quit u ledig acl zu mindelbeim an demachten lug Dezember 1507 Jar. Uebcr dem oben gegebenen Schildeund dem Schnörkel steht: Gilg mal. Meister Gilg war also 1507 be-reits Hofmaler des Kaisers, und er begab sich von Mindelbeim nachAugsburg. In letzterer Stadt wurden im Laufe der folgenden Jahre