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Cignani hat die Verherrlichung der Jungfraugeinahlt, und seinen Pinsel in die Glut der Mittags-sonne getaucht; hier seh' 1 ich sie, von GuidoCagnacci, als Mutter der Schmerzen, im gröfstenLeiden, und im tiefsten Dunkel des Erdenlebensdargestellt. Aber warum diese symbolischen Dolchein ihrer Brust? Sagt uns ihr Antlitz nicht schonalles? Diese Art des Ausdrucks ist blos für dieStummgebornen in der Kunst, die aber auch immernur an der Schwelle des Vorhofes liegen bleiben,und von dem Eintretenden ein Allmosen erpressen.
Pietro Testa hat auf jenem Bilde, im äclitenSehergeiste, eine unserer neuesten filosol'ischen Schu-len charakteristisch genug bezeichnet. Es sind daeine Menge wunderbarer Leute, die allerlei wunder-bare Sachen treiben, aber kein Mensch kann klugwerden aus dem Ding ohne Namen, welches siezubereiten.
Hier ist eine Ehebrecherin von Pietro da Cor-tona. Doch diese Benennung ist Ruchlosigkeit.Auch wer ohne Sünde wäre, würde keinen Steinauf sie werfen, sondern ihr die Hand bieten. Mitdieser Ruhe und Würde trägt keine Verbrecherindie Fesseln. Aus ihrem Angesichte spricht ein rei-nes , unbeflecktes Gemüth. Sie ist bereit für ihreÜberzeugung zu dulden, aber nicht für ein Vergehenzu büfsen.