ist wunderschön gearbeitet, und während die müfsigeSchaulust sich an dem Schimmer der drei gold-nen mit Diamanten reich geschmückten Königskro-nen ergötzt, wird der Kunstfreund auf das angenelmi-ste überrascht durch den Anblick von zweihundertsechs und zwanzig antiken geschnittenen Steinen,welche, als Verzierungen, in den Sarg eingesetztsind, und freilich — durch ihren mythischen Inhalt— hier einen sonderbaren Kontrast bilden.
Der Domschatz, welcher in einem Seitengewölbeaufbewahrt wird, kann, bei seiner zwecklosen Pracht,nur die gaffende Neugier vergnügen; einen reinemGenufs findet aber der Freund der Wissenschaftenin der an den Chor angebauten Dombibliothek, wel-che einen seltenen llcichthum in Ausgaben aus denZeiten Guttenbergs und seiner Schüler besitzt.
Weniger interessant durch ihre Bauart, aber eben-falls historisch merkwürdig, ist die Kirche des ehe-maligen adelichen Marienstifts, welche von Plectru-dis, einer Gemahlin Pipins, erbaut wurde, die auchliier begraben liegt.
In diesem Stifte verlebte die bekannte Maria vonMedicis ihre letzten Jahre in trauriger Abgeschieden-heit. Sie, die Gemahlin und Mutter von Königen,welche der Pinsel eines Rubens in einem mahlen-