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Bei Villich ergiefst sich die Sieg in den Rhein,die auF dem Westerwalde entspringt, oft, durchBergHuthen angeschwellt, ein neues Bett sucht, undauch ihre alte Mündung verändert hat. Sie führtköstliche Lachstbrellen von dreifsig bis vierzig Pfund.Die Menge der in den Rhein einströmenden Ba-che und Flüsse gewährt dem Reisenden, besondersin dieser, schon mehr verflachten Gegend, ein an-genehmes Schauspiel. Man sieht sie von fernen Ber-gen durch fruchtbare Ebnen sich herschlängeln, diewankenden Schatten der Bäume, die ihre Arme überdem Ufer ausbreiten, und die einfallenden Lichterspielen magisch auf der bewegten Fläche ; erfrischendeKühle und Wohlgerüche umathmen den Wanderer,er fühlt einen hohen Frieden in sich und um sich,bis denn mitunter die einfache Melodie einer ländli-chen Romanze aus einem nahen Gebüsch ertönt, undsein Herz mit stillem Sehnen erfüllt.
Die Ufer des Rheines erhöhen sich hier zu beidenSeiten, und der Flufs nimmt die Gestalt eines Ka-nals an. Zur Linken blicken die Dörfer Herschel,Udorf, Urfeld und Widdig aus der einförmigen Nie-derung hervor, zur Rechten ziehen sich Weingärtenund Wiesen bis nach Rhed und Niederkassel hin.Die Fantasie erhält hier keine Nahrung, aber siefindet Mufse , um die gefälligen Bilder der erst ent-schwundenen Gegend zu ordnen und neu zu beleben.