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dieses Wort in keinem harten Sinne genommen —die doch eine so mürrische Sittenlehre predigt, undvor den Blumen des Lebens zurückbebt-, als lägenKlapperschlangen darunter verborgen, die Schreck-nisse des Todes so ganz unter freundlichen Bildernzu verbergen sucht. Sie unterscheiden sich darinauffallend von dein katholischen Lehrsystem, in wel-chem ein menschenfeindlicher Dämon den Menschengleich bei seinem Eintritt in das Leben empfängt,und ihn auf jedem Schritte an Grab und Ewigkeiterinnert.
Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt, dafs dieGemeinde der Herrnhuter ihre Entstehung eigentlicheinem Bilde von Correggio verdankt. Als der Grafvon Zinzendorf, der als der Stifter dieser kirchlichenInnung betrachtet werden mufs, noch als Jüngling,die Düsseldorfer Gallerie besuchte, blieb er vor einemvon AJlegri gemalten trefflichen F.cce homo stehen,welches die Unterschrift in lateinischer Sjirache hat:
Dies hab 1 ich für dich gelitten,
Was thatst du für mich ?Dieses Bild und diese Worte wirkten so mächtigauf das für edle Schwärmerei leicht empfänglicheGemüth des Jünglings, dafs der Eindruck für seinganzes Leben entscheidend wurde.
Ein lehrreiches Beispiel von der Allgewalt derKunst, und wie sie, auch ohne ihren eigemliümli-*ns. d. Rh. 2. Heft. 1 1