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Mahlerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf : mit 3 Kupfern u. 1 Karte
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Diese Mädchen oder Schwestern dürfen nichteinzeln ausgehen, selbst nicht einmal in die Woh-nungen ihrer Eltern. An Soimnerabenden machensie gewöhnlich, von einer Vorsteherin begleitet,einen Spaziergang durch das Feld, und ich begeg-nete ihnen oft, während meines Aufenthalts in Neu-wied, und ergötzte mich an diesen stillen sprachlo-sen Gruppen blühender Mädchen in ihren äufsersteinlachen Gewändern.

Diese armen Geschöpfe führen übrigens ein trau-riges Leben. Man sieht es nicht gern, dafs sich einBruder verheirathet. Fühlt aber einer Beruf dazu,so meldet er sieb bei dem Vorsteher, und dieserveranstaltet zwischen dem Mädchen, welches geradean der Reihe ist, und dem Ehestandsoarididaten eineZusammenkunft. Gelallen sich die Leutchen nicht,so kommt, eine andre Donna an die Reihe, und dieerste mufs warten, bis der ganze Zirkel durchlau-fen ist.

Es ist eine schöne Sitte unter den Herrnhutern,dafs sie den Heimgang eines Bruders oder einerSchwester nicht durch trauriges Glockengeläut, son-dern durch den sanften Ton einer Flöte verkündigen.Sterben keifst bei ihnen heimgehen. Ihr Friedhofist mit Bäumen bepflanzt, und gleicht einer kühlenangenehmen Ruhestätte für müde Wanderer. Es istin der That merkwürdig , dafs diese Religionssecte