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wo so viel Humanität, so viel Sinn für reinen Le-bensgenuTs herrschte, als in den Rheinlanden. DerLandmann ist meist wohlhabend, und keine ängstli-chen .Nahrurigssorgen lähmen in ihm jede bessereKraft; die Abgaben waren ehemals gering und derAbsatz seiner Producte leicht. In den Städten fehltees nirgends an Bildungsanstalten , und die hier herr-schenden Fürsten wufsten Männer von Genie undKenntnissen an sich zu ziehen. Maynz besafs einenJohannes Müller, Forster, Söinmering, Rhigiaj, Ster-ckel und viele andere, die diesen nicht weit nach-standen.
Adeliche unterstützten da und dort Gelehrte, lie-fsen Künstler reisen, legten Bibliotheken und Samm-lungen von Kunstsachen an , und beförderten so Kul-tur und Geschmack. Aus den hohem Zirkeln wardie steife Etikette verbannt, die wahrlich nichts zuder Aclttung für gesellschaftliche Formen beitragenkann.
Rechnet man hierzu noch den täglichen Anblickeiner schönen und fruchtbaren Natur, den reinenHimmel, den Umgang mit Fremden, die sich immerhäufig in diesen Gegenden einfanden, so läfst sichleicht ein Schlufs auf den Geist und Charakter derAnwohner des Rheins machen. Von Natur lebhaft,empfänglich , heiter , mit mehr Imagination als Em-pfindung begabt, gleichen sie einigeraiafsen den Grje-