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Mahlerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf : mit 3 Kupfern u. 1 Karte
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sich als das Schooskind einer liebenden Mutter, undglaubt ihr füglich alle Sorgen für sein Wohlergehenüberlassen zu können. "Vielleicht liegt auch eineUrsache, warum der Bewohner einförmiger und un-fruchtbarer Gegenden bei weitem regsamer und rüh-riger ist, weniger in den unsanften Mahnungen destäglichen Bedürfnisses, als in dem Bestreben, dieunangenehmen Eindrücke eines kahlen, leeren Bodenszu entfernen, und sich den Fleck seiner Ansiedelungzum angenehmen und weniger ermüdenden Aufent-halte umzuschalten. Dieser Antrieb fällt in den lihein-gegenden weg, und da auch der Weinbau, beinahedas Einzige , womit sich die Bewohner des Rhein-gaus beschäftigen, den kleinsten Theil von der Zeiteines Jahres fordert, so ist ihr Leben eben nichtbeschwerlich , so wie sie im Ganzen nicht zum müh-samen Erwerb aufgelegt sind.

Der Anbau des Weinstocks auf nackten Bergen,wohin das Erdreich oft erst aus der Tiefe getragenweiden niufs, ist freilich nicht ohne Mühe, dabeigewährt ihnen aber der Blick in die weite und rei-che Landschaft, auf den vielbefahruen Strom, dieHoffnung eines ergiebigen Herbstes und das Bild derfröhlichen Weinlese eine beständige Erholung; dasGemüth wird nicht eingeengt, der Geist nicht nie-dergedrückt; die Arbeit theilt die Familien nicht, derGreis kann noch den Weinstock jäten und beschnei-