mehr einen Begriff haben wird, und dieser Umstandallein schon müfstc für die lautern Absichten dervormaligen Regierung sprechen, wenn inzwischendie Zeit nicht selbst die ungerechten Urtheile —nur freilich nicht gar schonend — berichtigt hätte.Die Gegenwart ist die Schutzrednerin der Vergan-genheit geworden, und die guten Mainzer haben derGelegenheiten genug, den Unterschied zwischen jetztund ehemals zu fühlen.
Auf ihren K.irakter haben inzwischen die Ereig-nisse der letzten Zeit keinen merkbaren Einflufs aus-geübt. Es ist noch das heitre, frohsinnige, leicht-bewegliche und gastfreundliche Volk, wie beim An-fange der grofsen Veränderung; es lacht noch dieSorgen des Lebens weg, und rächt sich durch wit-zige Einfälle an seinen Plagen. Der leichte Erwerbhat freilich aufgehört, und die Noth gibt einen ern-stern Sinn, auch ist sie unter einein Theile der er-werbenden Klasse hoch genug gestiegen, um dieAufmerksamkeit der Häupter des Staats zu verdie-nen. Mainz besitzt aber auch in seiner Lage uner-schöpfliche Hülfsmittel, sobald diese nicht durcheigensinnige Handelsgesetze gebunden werden.
Von Paris aus hat man eine kleine Gemähldesamm-lung hiehergeschickt, zum Unterricht junger Künst-ler. Aber die Kunst, die nach Brot gehen mufs,ist keine Kunst mehr. .Arniuth weckt den Erwerb-