Ziel seiner Herrschaft. Freundliche Auen schwim-men auf seinem Rücken, umbüschte Dörfer und Meie-reien winken an seinen Ufern, und das schöne Bi-berich scheint, wie ein Feenschlofs, seiner Fluthzu entsteigen.
Es ist sonderbar, dafs sich der Blick des Wan-derers von den mannichfachen Schönheiten der Ge-gend doch immer wieder abzieht und auf den Flufsselbst und das melancholische Spiel seiner WellenLeitet. Wie oft stand ich so da, und schaute sin-nend in den ewig bewegten Strom, als zeigte er mirim Bilde das Geheimnifs des Lebens, bis ich dannwieder hinaufblickte zu den fernen Bergen, und dasWeh der Heimath mich ergriff, und ich Zerstreuungsuchen mufste im Gewühle, das mir von der belob-ten Stadt entgegentofste. —
Die innere Anlage von Mainz — seine meist en-gen und dunkeln Gassen, seine unbequemen, licht-scheuen Häuser, seine zahlreichen Kirchen und Ka-pellen deuten auf ein hohes Alter und eine alhnäligeEntstehung, wobei immer das Gesetz der Nothdurft,und nicht das der Schönheit zu Rathe gezogenwurde. Dieses finstere, melancholische Aussehenhat besonders der dem Rhein nah gelegene Theilder Stadt, der wohl auch der erste angebaut wor-den seyn mochte. Nur drei neuere Strafsen, dieBleichen genannt, zeichnen sich durch heitre Re-A».i. d. Rh. i. lieft a