Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
444
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444 LVB-LVC. Nr. 1408-1407.

L

1405. Ludwig van Boghem, Architekt von Gent, gehört zu den-jenigen Künstlern, von deren Existenz dieholländischen Schriftsteller keine Kundehaben. Er fertigte Zeichnungen zu einem

J— <£J Horarium, welches i!>35 gedruckt wurde.Der Künstler fügte die Buchstaben L VB bei, wie wir durch gefälligeMittheilung des Herrn E. Harzen wissen. Das Buch ist uns nichtvorgekommen.

1406. Lucas Cranach, Maler, Kupferstecher und Formschneider,r \T r*> ist schon unter dem Monogramm Cl II. No. 310 und auchM V V«i unter don Initialen IC eingeführt, und wir haben daherbereits ausführlich iiöer ihn gehandelt, Die gegebenen Buchstabenkommen auf einem Holzschnitte vor, welcher Christus bei der Sama-riterin am Brunnen vorstellt. Letzterer steht in der Mitte, und aufdem von zwei steinernen Pfeilern getragenen Dache bemerkt mau diesächsischen Wappensehilde, wie sie Cranach öfter beifügte. Christuslehnt sich links auf den Rand des runden Brunnens, und gegenüberist das Weib im Begriffe, den Wassereimer in das stehende Gcfäss zuleeren. Links in der erhöhten Landschaft bemerkt man die Jüngerim Wäldchen, und rechts erhebt sich eine Burg. An der Brunneu-mauer stehen die Buchstaben /. VC, als Abkürzung des Namens Lucas.Man könnte auch Lucas Von Cranach lesen, das von aber nicht alsAdelsprädikat nehmen. II. 8 Z. C L. Br. & Z. 10 L.

Dieses schöne Blatt beschreibt Bartsch No. 22, und Heller No.22 (01).Schuchardt bringt es unter No. TZ, seine Beschreibung könnte aberbeirren, indem er sagt, dass Christus auf dem Rande des Brunnenssitze. Der Heiland sieht mit überschlagenem Beine auf dem steini-gen Boden.

Man findet alte Abdrücke mit folgenden Versen im Rande:

De colloquio Christi et Mulieris Samaritanae Joannis 4.

Conjuge dum Christus pelit a Samaritida potum

Alloquto miicen» dulcia cerba suo. Testatur nere ffc.

/. /.. C.

Es existirt auch eine Copie von 1883, welche auf der Rückseitedas Bildniss des Hamburger Theologen Johannes Aepin Heller, unddiese Randschrift hat. Heller glaube desswegen, dass die Original-platte benutzt wurde.

Eine neue meisterhafte Copie ist jene in R. Weigel's Hohschnütehenihmler Meister $c. I. Heft. Wcigel erklärt das Blatt für Cranach'sOriginalschnitt, und er wird sicher nicht irren.

1407. Unbekannter Zeichner oder Maler, welcher bisher mitt "v/-p Lucas Cranach verwechselt wurde. Man kann ihn höchstens"^ v der Schule des jüngeren Cranach beizählen, indem die Com-positum des Holzschnittes mit L VC dem L. Cranach sen. nicht zuge-schrieben werden kann. Dieses Blatt stellt die Anbetung der Hirtenvor in einer figurenreichen Composition. Im Vorgrundo etwas gegenlinks Hegt das Jesuskind auf einem Korbe, und mehrere Engel betenes an. Links kniet Maria mit gefalteten Randen, und hinter ihr stehtJoseph mit Stock und Laterne. Neben ihm liegen die Thiore, rechtskniecn drei Hirten, zwei andere stehen hinter ihnen, und ein sechsterkommt mit seinem Hunde durch das links im Grunde sich erhebenderuinöse Gebäude. Rechts bemerkt man mehrere Männer und Weiber,und in der Ferne ein Thor, welches zur Strasse führt. H. 12 Z.Br. 16 Z. 3 L.