Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
443
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LV-LVA. Nr. 1400-1404. 443

1400. Unbekannter Goldsohmied, welcher irgendwo in Deutsch-t ir land gelebt hat. Er copirte das Zierblatt von Gilles Proger,

u v ' welches Bartsch IX. p. 3« No. 9 beschreibt. Es stellt einnacktes Kind vor, welches in joder Hand einen Zweig von einer Pflanzehält, deren ISliitterwerk die obere Abtheilung des Blatte» füllt. Zuden Seiten des stehenden Kindes liegen zwei andere Kinder auf demBoden. Oval, II. 3 Z. i) L. Br. 2 Z. 10 L.

Diese Copie ist von der Gegenseite, aber sehr schlecht gestochen.Brulliot II. No. 1027 schreibt sie dem vorhergehenden Meister zu, dessenNamen er aber nicht kennt.

1401. Ludwig Gustav Voltz, Thiermaler, geb. zu Augsburg 182S,

L-r -r war Schüler seines Bruders Friedrich Voltz, und übt\ / seit einigen Jahren in München seine Kunst. Er malt• ' * Jagdscenen, Viohmiirktc, Schmieden und andere Bilderaus dem Volksleben, wobei es sich um Thiere handelt. Auf Oelstudienmit solchen kommen die Initialen vor.

1402. Lisette Vischer von Basel zeichnete zu Anfang unseresrüV /RniPi. Jahrhunderts Landschaften mit Thieren, und radirte auch

v /öüfk ein Blatt ^ wc i c }j es fl re ; Hegende Schafe vorstellt. Rechtsnnten stehen die Cursiven mit 1804, qu. 12. L. Vischer war Dilettantin.

1403. Der Träger dieses Zeichens ist der Verfertiger der mitv^ ^r geätzten, tbeils vergoldeten, theiU schwarzen Strichen und'ifSa , Laubwerk gezierten Landskueohtsrüstung des Conrad von

'W Gl Bemelberg (t 1!>(>7) in der Ambrascr Sammlung zu Wien.( Das Aetzwerk ist vortrefflich. Im oberen Querstreifen istder Rauh der Helena dargestellt, ähnlich dem Kupferstiche des Bar-tholomäus Behani. Den unleren Theil der Brust nimmt schwungvollesLaubwerk ein, verschiedene Thiere und Medaillons von Türkenköpfenenthaltend. Vgl. Baron von Sacken, die k. k. Ambraser Sammlung I.S. 190. Abgebildet bei Schrenk fol. LXXXV.

In Augsburg lebte ein Plattner Namens Lorenz, welcher als"Waffenschmied Ruf hatte. Doch war er bereits 1400 thätig, und esfragt sich daher, ob er die Rüstung noch habe fertigen können. Mankönnte wohl Lorenz von Augsburg Gradirer lesen, wir wollen abernur eine Vermuthung aussprechen.

1404. Lambert van Noort, irrig L. van Ooort genannt, wurde

Ltit- v -r gegen 1820 zu Amersfoort geboren, und von seinem• XX ■ l\ Vater Adam van Noort in der Malerei unterrichtet.-tVv" 1 \| |„ ( \ n . st. Johanneskirche zu Gouda sind sechs Glas-gemälde nach seinen Zeichnungen, von Theodor van Zyl ausgeführt.Sie haben die Inschrift: Lambertus tan Noort van Amersfoort in-venit et figuravit. Im Museum zu Antwerpen sind 16 historischeGemälde von seiner Hund, und darunter zwei mit dem Namen Lam-beritis a Noort inv. ping A° JB60 Es ist also dargethan, dass derKünstler van Noort und nicht van Oort beisse. Auf den übrigenyemälden des genannten Museums kommt das Monogramm mit derJahrzahl 180!; vor. In der Sammlung des Erzherzogs Carl sind histo-rische Zeichnungen von diesem Meister.

L, van Noort starb zu Amsterdam 1871 in Armuth. Seineu Kindernwurde der Hauszins um Gatteswillen geschenkt, wie Ch. Kramm ausae n Rechnungen der Frauenkirche ersah.