1040 IL. Nr. 2721.
zeichnisses beschriebenen Holzschnitt mit einer Landschaftsstudie inTizian's Manier einem anderen Meister zuzuschreiben, als demjenigen,welcher auch den Tod des Abel und die Brustbilder in Holz geschnit-ten hat. Wir schreiben diese Blätter dem berühmten Jan Livens zu,wenn auch auf landschaftlichen Zeichnungen in Bister der Name Li-vens de Jonge steht. Man will zwar den Jan Livens, wie alle anderenälteren Maler, nicht als Formschneider gelton lassen, allein diese Holz-schnitte zeugen von einer solchen Unmittelbarkeit in Zeichnung undBehandlung, dass der Ausschnitt in Holz nur von der Hand des Zeich-ners herrühren kann. Man kennt keinen niederländischen Formschnei-der, welcher zur Zeit des Jan Livens im Stande gewesen wäre, miteiner solchen geistreichen Bravur eine Zeichnung in Holz zu schneiden,und oft nur durch wenige kräftige Linien anzudeuten, was der Malerim Erguss des Geistes auf das Papier hinwirft. Livens konnte mchnur nach Lust und Laune nach dem Schneidemesser gegriffen haben.Er betrachtete die Abdrücke von den Platten nur als Versuche inNachahmung von Zeichnungen, und ging nicht weiter mehr darauf ein,da nur äusserst wenige Exemplare sich erhalten haben. R. Weigelgibt in seinem Prachtwerke: Holzschnitte berühmter Meister &c.drei Holzschnitte in meisterhaften Copien, und erklärt die Originaleals eigenhändige Schnitte des Jan Livens. Auf Holzschnitten kommendie ersten und zweiten Initialen der ersten Reihe der Facsimiles vor.Einen Theil der radirten Blätter des J. Livens beschreiben Gcr-saint und Yver in ihren Catalogen der Radirungen des Rembrandt. A.Bartsch fügte das Verzeichnis^ derselben ebenfalls dem Oeuvre deRembrandt II. p. 23 ff. bei, und brachte es auf (>(> Nummern mit denvier Holzschnitten. Chv. Claussin bearbeitete bekanntlich ein neuesWerk über Rembrandt, basirte aber auf jenem des A. von Bartsch.Höchst schätzbare Bemerkungen und Zusätze zum Verzeichnisse vonBartsch gibt F. Link in Naumann's und lt. Weigcl's Archiv für diezeichnenden Künste V. S. 269 ff. Im Künstler-Lexicon ist das Ver-zeichniss unvollständig und ohne hinreichende Angabo der Druckver-schiedenheiten. Auf letztere geht Herr F. Link ein, und wir ersetzenauf dem Grunde von Bartsch und Link das Verzeichniss im Künstler-Lexicon durch ein neues, da die Initialen IL, welche theils leichtgerissen, und dann auch nachgestochen wurden, zur Bestimmung derPriorität der Abdrücke beitragen. Ch. lc Blanc hat ebenfalls nureinen dürftigen Auszug gegeben , und Ch. Kramm, der neueste Fort-setzer des Werkes von Immerzeel, blieb hinter allen zurück. DieNummern 1—5!! sind jene bei Bartseh mit den Zusätzen von F. Link.Von No. Kß an beziehen sich die Buchstaben B und L in Parenthesenauf Bartsch und Link. Letzterer spricht dem Verzeichnisse im Künstler-Lexicon die Bedeutung für die speziellere Kenntniss der Arbeiten desLivens nicht ganz mit Unrecht ab, und wir suchen daher in mög-lichster Kürze eine solche zu gewinnen. Die wenigen Zusätze zuBartsch und Link wollen wir gering anschlagen, doch jene zu denHolzschnitten auch nicht für überflüssig halten. Link bringt mit denApokryphen das Verzeichniss auf 75 Wummern.
I) Die hl. Jungfrau mit dem Kinde im Schoosc, wie sie diesemeine Birne reicht. In der Mitte unten: IESVS MARIA, links: Joan-nes Liuius fecit, rechts: franc Vanden Wynyaerde exend. Linksoben IL. fe. H. 9 Z. ohne Rand, Br. 7 Z.'4 L.
I. Ohne alle Schrift, der 9 L. hohe Rand unrein. Aeusscrst sel-tener Probedruck.
II. Mit der vollen Schrift, aber ohne IL fe. Selten.
III. Mit den Initialen links oben in der Ecke.