Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
779
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I A G. Nr. 1853. 779

seiner Schule, angeblich jener des Hans Asper von Zürich, erst nach1500 gänzlich entsagt, und jene freie und geistreiche Manier sich an-geeignet habe, welche ihn vor allen Schweizer Künstlern seiner Zeitkennzeichnet. Im k. Cabinet zu München ist eine runde Zeichnungmit dem Sturze des Saulus, auf welcher ebenfalls das Monogramm,aber mit angehängtem V Zürich und der .Tahrzahl 1500 vorkommt.Sie ist fein mit der Feder umrissen und mit bläulicher Farbe über-gangen. Diese Zeichnung stimmt auch nicht mit anderen Federzeich-nungen des J. Amman, und man konnte daher versucht werden, unterdem ersten Zeichen einen anderen, unbekannten Meister zu vermutben,allenfalls einen Glasmaler, da, die Zeichnung mit dem Sturze des Saulusauf ein Glasgemälde schliesscn lässt. Ein Glasmaler war auch der Trägerdes zweiten Monogramms, welches für J. Amman ungewöhnlich ist. Mil-der Jahrzahl /56'2 kommt es auf Zeichnungen für Glasgcmäldo in derfürstlichen Sammlung zu Donaucschingen vor. Man glaubt zwar, dassauch J. Amman in Gel und auf Gbis gemalt habe, bisher konnte manaber kein beglaubigtes Werk von ihm finden. Der erwähnte Holzschnitt,das einen Kupferstich nachahmende Gemälde und die genannten Zeich-nungen stimmen für ihn so wenig, dass man sich wohl um einenanderen Meister umsehen mochte. Ein solcher begegnet uns untenmit einem ähnlichen, aber durch VZ (Zürich) erweiterten Mono-gramme, aber wieder mit Zeichnungen, deren im k. Cabinet. zu Münchenvorhanden sind. Diese Blätter sind kräftig mit der Feder umrissenund ansgetuscht, aber für ,T. Amman zu plump, wie das Gemälde mitder Bauerngesellschaft. Der Buchstabe G im Monogramme blieb un-erklärt, obwohl er für J. Amman bedenklich war. Auf den ächtenBlättern des letzteren lässt er sich aber erklären, da das Monogrammauf Kadirungen vorkommt. Die alte Schreibweise sagt gradirl stattradirt, und somit kann G Gradirl bedeuten. Das erste der obigenMonogramme kommt aber auf einem Holzschnitte vor, und es ist nurvon einer Zeichnung die Bede. .T. Amman nennt sich nach damaligemGebrauche Reisser, und so könnte man annehmen, dass er durch Gdas Wort gerissen im Sinne hatte. Diese Erklärung hat für J. Ammanallerdings nichts Gezwungenes, man muss aber nur annehmen, dass ererst nach 1U60 neinc Reife erlangte. In dem genannten Jahre Hesser sich in Nürnberg nieder, und verblieb daselbst bis an seinen Tod.Das erste mit einem Datum versehene Werk ist der grosse Holzschnittvon 1S62, die Allegorie auf die Zeit, welche die Wahrheit entdeckt,mit dem Monogramm IAF No. 1848. Erst mit dem Jahre 1IJ84 be-ginnt seine grössere Thätigkeit, hauptsächlich für den BuchhändlerSigmund Feyerabend in Frankfurt a. M.

Während es uns zweifelhaft schien, ob die beiden ersten Zeichendem J. Amman wirklich angehören, so schwindet dieser Zweifel mitden beiden anderen Monogrammen, und man kann: Jost AmmanGradirer lesen. Man findet diese Zeichen auf radirten Blättern mitSchlachten in dem Werke von Lconhard Fronsperger: Von Kayser-lichen Kriegsrechten, Malefiz trnd Schuldhändlen , Ordnung mulRegiment — —■ Gedruckt zu Franckfurl am Mayn, durch GeorgRaben in Verlegung Sigmund Feuerabends und Simon Hüters 1505,fol. Dieses WerK und seine verschiedenen Auflagen beschreibt C. Becker,Jobst Amman, S. 27 No. 4, gibt aber das aus 1AG bestehende Zeichennicht. Eines dieser Blätter kommt auch nicht immer vor, da die altePlatte lS(i6 durch eine neue ersetzt wurde. Die Abdrücke derselbensind IA gezeichnet. Diese Radirung stellt eine befestigte Stadt undderen Vertheidiger vor. Letztere sind bereits im Kampfe mit demrechts herankommenden Feinde, und zwischen den feindlichen Parteien