Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
724
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724 l Nr. 1742-1743.

lieber die dem Israel mutmasslich zugeschriebenen Gemälde, undOber die weiteren Kupferstiche handeln wir unter IM, wo auch aufdit Werke von Bartsch und Passavant hingewiesen ist.

1742. Heister Jan, Maler in München, ein Niederländer von Ab-I ^fS? kunft, stand in Diensten des Herzogs Albert IV. von

fS 0\ I lli) Bayern, und kommt 1485 urkundlich vor unter dem•«"D Namen Jan und Johann Jan. Er malte in der vonAlbert IV. erbauten neuen Veste Decorationen, und zwar 1485, dannauch Wappen, Banner und Trophäen bei Gelegenheit der Hoffeste.Er scheint auch in Miniatur gemalt zu haben, indem Abbildungen vonGeräthschaften erwähnt werden. Im Jahre 1502 erscheint Meister Jan,auch Johann von München genannt, als Führer der St. Lukaszunft,und er war auch noch einige Jahre später thätig. Jan kam in Mün-chen mit dem Meister M Z, d.h. mit Martin Zasinger oder Zayssingerin Berührung, von welchem mehrere Kupferstiche vorhanden sind. Erfertigte wahrscheinlich die Zeichnungen zu den beiden Blättern, welcheeinen Ball des Herzogs Albert IV. in der neuen Veste, und ein Tur-nier vor derselben 1500 vorstellen. Diese Blätter beschreibt BartschVI. p. 377 No. 13 und 14, und sie sind sicher in München gefertiget.Jan war am Hofe beschäftiget, anscheinlich als Decorateur bei Festlich-keiten , und wir fanden in den Akten keinen andern Meister erwähnt,welchem die Zeichnung zum Balle und zum Turniere zugeschriebenwerden könnten. Hans Ostendorfer der ältere war 1515 noch einjunger Künstler, welcher für die Druckerei des Matthäus Zayssingerarbeitete, und scheint erst 1509 vom Hofe beschäftigt worden su seyn.Der gegebene Buchstabe findet sich auf einem Kupferstiebe, wel-cher einen Mann von Stand und eine junge Dame in Unterhaltung vor-stellt. Ersterer sitzt in einer Landschaft, und rechts ihm zur Seitedie Dame mit der Blume in der Hand. Links unten bemerkt man einHündchen. Im Grunde schlängelt sich ein Fluss durch die Landschaftnach der Ferne. In der Mitte unteu ist das Zeichen mit der Jahr-zahl 1502. H. 5 Z. 6 L. Br. 4 Z. 6 L. Diese Vorstellung hat auchder Meister MZ (B. No. IC) gestochen, aber von der Gegenseite, undohne das Hündchen. Man nimmt das Blatt mit dem Buchstaben J fürCopie, wir glauben aber, dass Martin Zasinger diese Composition spätergestochen habe, und dass demnach der Stich von 1502 das im Mach-werk etwas geringere Original sei, und zwar von der Hand des MeistersJan. Brulliot verfiel auf Israel van Meckeneu.

1743. Jean Jollat gehört zu denjenigen französischen Künstlern,<2P 153° deren Lebensgeschichte noch nicht erforscht ist.

(^TTTs. Papillon I. pag. 150 nennt einen Metallschneider

iV^Ä^-t^i^l j ollat) we icher für die bei Simon Vostre in Parisgedruckten und reich verzierten Gebetbücher (Heuresjlorarium) Formengeschnitten hat. Diese Bücher erschienen von 1486—1530, die Thätig-keit unseres Jollat kann aber erst von 1530 an nachgewiesen werden.Indessen bindert diess nicht, in Ermangelung älterer Documente demKünstler eine frühere Thätigkeit zuzugestehen. Auf dem Titel der sel-tenen Artificialis Perspective, des Viator (Jean Pelegrin), welche 1521 inToul gedruckt wurde, sind französische Verse beigefügt, in welchenmehrere Künstler gerühmt werden, und darunter erscheint ein JohannJolis, vielleicht unser J. Jollat, da es der Versmacher mit der Ortho-graphie im Allgemeinen nicht genau nahm. Auf das Ansehen des aller-dings nicht verlässigen Papillon hin shreibt man in neuester Zeit demJollat Metallschnitte in den Gebetbüchern des Buchhändlers Sim. Vostre