HW. Hr. 1697. 711
nannte man bisher nur die Bildnisse des Herzogs Georg zu Sachsen,und der Herzogin Sibylla, der Gemahlin des Churfürsten Johann Fried-rich von Sachsen, gr. i'ol. Dann schreibt man ihm auch den Nürn-berger Boten mit einem Gedicht von Hans Sachs zu. Ein Monogrammsuchte man auf Wandereiseu nicht zu deuten, wir werden aber nichtirren, wenn wir unter den obigen Buchstaben seinen Samen verinutheu,und für ihn Blätter aus dem Verlage des Hans Guldenmund auswählen.Kür viele Holzschnitte machte der alte Schuster und MeistersängerHans Sachs Reime zusammen. Die Nachricht in Heller's Geschichteder Formschncidekunst S. 148 könnte uns zwar beirren, da angegeheuist, dass Wandereiseu 1848 in Nürnberg gestorben sei, und die Schlachtdes Markgrafen Albert des Echters 1SS4 vorfiel; allein Heller scheintdie Angabe des Todesjahres später bezweifelt zu haben, da er in derneuen Ausgabe seines Handbuches für Kupferstichsammler seinen Wander-eisen um IS3!) blühen lässt.
Bartsch VII. p. 470 beschreibt drei Blätter des ihm unbekanntenMeisters // W, und gibt ihm ein viel zu hohes Alter, da im siebentenBande die Künstler aus den ersten -Dccennien des lt!. Jahrhundertsvorkommen. Der Meister // W, oder Hans Wandereiseu, wie wir ihnnennen, fällt um die Mitte dos i(i. Jahrhunderts. Der Holzschnitt mitdem kleinen Erlöser (B. No. 1.) ist von einem älteren Meister, dieAehnlichkcit des Zeichens (oben des ersten) mit den übrigen, brachteihn aber auf die Idee, dass der Künstler um 1810 gelebt habe.
1) |BNo. I.] Der kleine Erlöser stehend in einer Nische. Rechtsunten ist das erste Zeichen, in der Mitte oben die Jahrzahl 15 19,und links in halber Höhe ein aus WI bestehendes Monogramm. Bartschglaubt, dass letzteres den Formschneider andeute, in diesem Falle be-ziehen sich aber die Buchstaben // W sicher nicht auf H. Wandercisen,oder überhaupt nicht auf den Formschneider der Schlacht Albrecht desKchters von t!J!>4. Es handelt sich also um zwei H W zeichnendeMeister, oder der eine hat, wie zu vermuthen ist, das Blatt mit demkleinen Erlöser um 1880 nach einer alten Zeichnung von 1810 ge-schnitten. II. ;» Z. 7 h. Br. 4 Z. 4 L.
2) [B. No. %.] Eine Eolge von deutschen Soldaten im Costüme derzweiten Hälfte des 1(i. Jahrhunderts. Bartsch beschreibt nur ein Blatt,jenes mit dem Pfeifer, zwischen dessen Füssen das Zeichen zu sehenist. Ein anderer Holzschnitt stellt den Füsclier vor, und ist ebenfalls// W gezeichnet. Auf diesem Blatte nennt sich Hans Guldenmund alsVerleger, bei welchem überhaupt mehrere militärische Costüme er-schienen, die auch colorirt ausgegeben wurden. Unter den BuchstabenHG No. 971 haben wir ein Verzoichniss solcher Blätter gegeben. DieFiguren der Soldaten sind ungefähr 10 Z. hoch.
3) | B. No. 3.] Ein Judo zwischen einem Rcchtsgelehrtcn und einemWeibe. In der Mitte oben ist eine Tafel mit der Inschrift: der Juristmit seinem Buch, der .lad mit seinem G'such, und das unter derh'ririK'ii Fürtuch ', die drei Geschirr, machen die gantze Well irr.Rechts unten ist das Zeichen. Der Dichter der Reime nennt sich nicht.11. 8 Z. Br. (i Z. 2 D.
4) Ein Schlacht, darin Marggrajf Albrecht der Echter, aberein mal erlegt WWJ geschlagen ist worden heg der Stadt Schwarttach,am XIII tag' Jnnij des M.M.UV. Jars. Das Treffen findet in einer,oben von Bergen begrenzten Ebene statt, der Zusammenstoss der beidenHeere auf der linken Seite des aus zwei Blättern bestehenden Holz-schnittes. Schwarzach liegt rechts. Ucber der Vorstellung ist derSchlachtbericht in vier Columnen boigedruckt, mit der Adresse: Ge-