Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
671
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HV. Nr. 1897—1899. 671

Dioss mag nun jener H. E. Vogtherr seyn, welcher mit H. Burgk-mair die Wappen der Patrizier und der Stadt radirt hat, und dieserMeister könnte später nach Wien gekommen seyn, wo er 1884 ur-kundlich erscheint. Zum Ueherfluss kommt auch noch ein HeinrichVogtherr aus Wimpfen vor. Sein Name steht auf einem grossen Holz-schnitte mit Christus, welcher einem nackten Menschen die Hand reicht,mit heigedruckten Schriftstellen. Unten trägt Christus das Schaaf, undrechts tst die Kreuzigung vorgestellt. Der Titel lautet: Der vergottetMensch, und unten zeichnet der Künstler: Hainricus Vogther Malerzu Wimpjfen, gr. roy. fol.

Hier scheinen wir nun zwei Künstler Namens Heinrich Vogtherrzu haben, und die beiden anderen behaupten den vorhergehenden Artikel.Von dem alten Heinrich Vogtherr in Strassburg kann hier keine Iledeseyn, und auch der jüngere lebte noch 1841 daselbst. Es ist nichtanzunehmen, dass er nach Augsburg gezogen sei, und daselbst dieuntergeordnete Stelle eines Wappenradirers behauptet habe. Er warMaler, Dichter, Buchdrucker und Bürger in Strassburg. Der Trägerdes obigen Zeichens könnte ebenso wohl der erwähnte II. E. Vogtherr,oder der um 1884 in Wien lebende Heinrich Vogtherr seyn. Das Ge-mälde mit dem Zeichen ist nicht vor 1800 entstanden, und somit könnteder eine oder der andere der erwähnten jüngeren Vogtherr der Sohn desälteren Strassburger Künstlers seyn.

1597. Hieronymus Vietor von Liebethal war um 1818 Buchdruckerin Wien, und scheint aus der Kaste der Brief-malcr hervorgegangen zu seyn. Er schnittdaher die Titclverzierungen seiner Druckwerkewahrscheinlich selbst in Holz. Eine solcheBordüre enthalt Ornamente, oben den deut-schen Reichsadler und im unteren Theile be-merkt man zwischen zwei in Laubwerk aus-gehenden Figuren den grossen Schild mit dem

Monogramme HV. Diese Titelverzierung ist angewandt zu: Odeporiconid est Itinerariü Reuerendissimi Dni. D. Malhei Sancli Angeli Cardi-nalis Gurcensis — quaeque in conuenlu Maximiliani Caes. — RegüVladislai Sigismundi ac Ludouici memoralu gesta sunt per Ric-cardum Barlolinü perusinum edila. Am Schlüsse: Hieronymus Vietorhoc opus impressit Viennae MDXV., 4.

Das zweite Zeichen schreibt Denis in seiner BuchdruckergeschichteWien's dem Vietor zu, und es muss daher auf anderen Titelverzierungenvorkommen.

1598. Unbekannter Elfenbeinarbeiter, welcher in der zweitenHälfte des l(i. Jahrhunderts thätig war. Wir kennen ein sehrschönes kleines Schnitzwerk, welches Christus vorstellt, wie ihmdie Mütter die Kinder bringen, und er die Hand auf den Säug-ling einer solchen legt. Links reitet ein Knabe auf dem Steckenpferde,und dabei steht ein Mädchen mit der Puppe. Das Monogramm bemerktman rechts unten. Man wollte diese Arbeit dem Hermann Vischer,dem Sohne des Peter Vischer von Nürnberg zuschreiben. Diese Com-position erinnert allerdings an die Dürcr'sche Schule, II. Vischer kannaber der Verfortiger des Reliefs nicht seyn.

1599. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der zweiten Hälfte'Jsk. des 10. Jahrhunderts thätig war. Sein Zeichen findet man auf

^"2- radirten Blättern, welche in Ovalen je zwei Thiere vorstellen,anscheinlich nach Zeichnungen von Jobst Amman. Wir kennen dreiBlättor mit dem Zeichen, sie scheinen aber zu einer grösseren Folge