594 HS. Nr. 1464 —1465.
Dieses Blatt ist von unserem Monogrammisten nicht gestochen,sondern von einem unbekannten Meister //, welcher ein Messer bei-fügte, wie Nr. 512 zu ersehen ist. Das Monogramm H S wurde beider Retouchc eingestochen, ohne das ursprüngliche H ganz zu ver-tilgen. Man bemerkt daher 11 H S mit dem Messer Nr. 1083.
9) Der Raub der Amymono, gegenseitige Copie nach Albr. DürerB. Nr. 71. In der Mitte unten das Monogramm. II. !)Z. Hr. <>Z. 10 L.
Die Platte kam später in andere Bande, und es wurde das Mono-gramm geändert. Am zweiten Schenkel des // ist ein P gebildet, undvon der unteren Bauchung des B sind Spuren übrig. Man wollte dieAbdrücke für Hans Sebald Beham ausgeben. Passavaut nimmt indesseneine Copie mit diesem Zeichen an.
10) [li. 4] Ein Herr und eine Dame auf dem Spaziergange vomTode überrascht, gegenseitige Copie nach A. Dürer B. Nr. 94. In derMitte unten das Zeicheu. II. 7 Z. Br. 4 Z. 6 L.
11) Eine Versammlung von sechs Krii gsletitcn, gegenseitige Copienach A. Durer B. Nr. 88, ohne Baumgruppe im Hintergründe. Untenin der Mitte das Zeicheu. H. 4 Z. 9 L. Br. 5 Z. 2 L.? Nach einemanderen Maase H. 4 Z. 5 L. Br. 5 Z. 4 L.
Wie mehrere andere Blätter, so zeigt auch dieses, dass der Mono-grammist ein mittelmässiger Zeichner war. Passavant Nr. 10.
1464. Unbekannter Kupferstecher, welcher im letzten Decenninmt«t des 15. Jahrhunderts in Deutschland thätig war, und mit dem**• vorhergehenden Meister nicht Eine Person seyn dürfte. Das Blattmit dem gegebenen Zeichen, welches aber undeutlich ist, und H S zuseyn scheint, stellt in einem Medaillon die hl. Jungfrau mit dem Kindeund St. Anna vor. Letztere steht nach links gewendet, und die kleineMaria kniet vor St. Anna. Sie trägt das Jesuskind auf dem linkenArme, welches ihr die Aermchen entgegenstreckt, Den Grund schliessteine bis zum Kopfe der Anna reichende Mauer ab. Das undeutlicheZeichen ist unten in der Mitte. Diese Figuren sind gut gezeichnet,und von doppelten Kreislinien umschlossen. Durchmesser 2 Z. 2 L.
1465. Unbekannter Kupferstecher, welcher vielleicht mitdemvor-
M hergehenden Meister Eine Person ist. Ch. Th. von Murr
ISlO erwähnt seiner in der Descriplion du Cabinet de, M. Paulde Praun p. 219. Er nennt ein Blatt mit der Verkündigung Maria,und einer zweiten Vorstellung: St. Anna. Maria und das Jesuskind.Murr beschreibt dieses Blatt nicht genauer, gibt aber das Monogrammmit der Jahrzahl 1510, und fügt bei, dass auf der Rückseite der NameSttiolöl SdjnmT(j stehe. Diese Notitz nahm "auch Brultiot I. Nr. 2494 auf,sagt aber irrig, dass der Marne oben stehe. Er vertheilt auch die Vor-stellungen in zwei Blätter, während Murr nur von einem Stiche spricht,dessen Format er mit dem Ausdrucke: en haut, bezeichnet. JenerSeboldt Schwartz war verrnuthlich der alte Besitzer des Exemplares ausdem Cabinet Praun, und er ging daher wohl irrig als Maler in dieKunstgeschichte über. Es kennt Niemand ein Gemälde von ihm, undauch unter dem Monogramme // S kann sein Name nicht angedeutetseyn. Der Kupferstich mit dem Mononramme // S IC,in ist uns nievorgekommen, und wir fanden ihn auch in keinem Catalog angegeben.Wir kennen aber einen Maler aus der Zeit von 1810, welcher sicheines solchen Monogramms bedient haben könnte. Er war liürger inNürnberg, die Kunstgeschichtschreiber geben aber keine Nachricht überihn. Es ist diess Hans Süss oder Sues, von welchem sich in Kra-kau Werke fiuden. In der Sakristei der Marienkirche daselbst sind